Optimistisches Angebot: Kunst für Alle

"Wochenende in Berlin" nennt Jami seine Bildergeschichte.

Dieses Blatt sieht naiv gezeichnet aus? Und wenn. Es steht als Abschluss einer vierteiligen Bildergeschichte; der Zeichner und Karikaturist Jami (Jan Michaelis) berichtet dort eher frohgemut von einem Berlin-Besuch um das Jubiläum des Mauerfalls herum. Der komplette Zyklus wird ab 14. Oktober – zusammen mit anderen Exponaten –  in der Volkshochschule am Hauptbahnhof in Düsseldorf gezeigt. Als Teil der Ausstellung „Kunst für Alle“, mit der in ver.di organisierte Künstlerinnen und Künstler eine Werkschau verschiedener Genres liefern.

Allen, die bei „Kunst für Alle“ ausstellen, sei eigen, dass sie sich für „ihre Interessen organisieren“ und Mitglieder von ver.di im Ortsverein Düsseldorf sind. Die laut Ankündigungsflyer „ungewöhnliche“ Ausstellung im Foyer und in der Eingangshalle der Volkshochschule am Bertha-von-Suttner-Platz folgt der Idee, eine vielfältige Leistungsschau verschiedener Genres und Strömungen zu sein. Es gibt dafür weder ein übergreifendes Thema noch jegliche Beschränkung in Material oder Stil.

Alexandra Klawitter: „Sechmet mit Reittier Hirsch“ aus dem Zyklus „Mänadenzug“, Bronze, teilweise bemalt

So kommt es dann auch, dass sich Birgit Reinhardts Kollagen neben Bildern von Maria Schütte und Brygida Wrobel-Kulik oder dreidimensionalen Werken wie Alexandra Klawitters „Mänaden“ finden.

Klaus Dohne und Jami, der den Kunstbetrieb satirisch aufspießt, präsentieren im Rahmen der Ausstellung Karikaturen. Karl-Heinz Schultze und Hans-Dieter Hey von R-mediabase stellen ihre Fotografien aus. R-mediabase ist ein gemeinnütziger Medienverband, der sich auf die historische Arbeiterbewegung bezieht und für die Ausstellung als Medienpartner fungiert.

Zum Abschluss von „Kultur für Alle!“ ist am 6. November ab 18 Uhr eine Finissage mit vielfältigem Bühnenprogramm angekündigt. Bei einer Diskussion mit Betroffenen und Expert*innen steht die Frage im Mittelpunkt: „Warum bedroht Armut die Kulturschaffenden?“. Außerdem liest der Gewinner des Literaturprojektes „Traumfabrik Deutschland“ Salah Ali Ngab seine Geschichte „Weil es keinen Zug gibt“. Für flotte Rhythmen werden Bassist und Gitarrist der „Jazz Fusion“ im Konzertteil sorgen.

Auch der Eintritt zur Abendveranstaltung ist frei. Beim anschließenden Umtrunk, so die Organisatoren, beantworten die Künstler*innen gern Fragen und „bieten eine Mitgliedschaft in ver.di an“. Also bitte!


Die Ausstellung „Kunst für Alle“ startet am Montag, den 14. Oktober 2019 und läuft bis Sonnabend, den 9. November 2019 in der Düsseldorfer Volkshochschule, Bertha-von-Suttner-Platz 1. Sie kann während der Öffnungszeiten des Foyers bei freiem Eintritt besichtigt werden.

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