„Die Kunst der Stille“

Der Film zeigt auch exklusive Archivbilder. Foto: W-Film

Als tragikomischer Clown „Bip“ inspiriert der berühmte Pantomime Marcel Marceau bis heute Menschen auf der ganzen Welt. Ikonisch: Das weiße Ringelhemd, das weiß geschminkte Gesicht sowie der zerbeulte Seidenhut mit der roten Blume. Wie lebendig sein Erbe ist, zeigt ein deutsch-schweizerischer Dokumentarfilm, der jetzt in die Kinos kommt.

Der tragische Hintergrund der Marceauschen Kunst blieb jedoch lange verborgen. Sein jüdischer Vater wurde in Auschwitz ermordet, woraufhin sich der Sohn der Résistance anschloss. Mit seinem Cousin Georges Loinger schmuggelte Marceau jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Samt Gesten und Mimen brachte er ihnen bei, in Gefahrensituationen nicht zu sprechen. Stille verhieß Überleben. Beeinflusst durch Stummfilmgrößen wie Buster Keaton und Charlie Chaplin schuf er nach dem Krieg eine einzigartige Kunstform daraus, die seine Erb*innen bis heute weiterführen.

Foto: W-Film

Mit seiner Mimik und nur wenigen Gesten drückte er mehr Hoffnung, Freude oder Schmerz aus als so manches griechische Drama. Als Großmeister der Pantomime stellte Marcel Marceau die Unbeholfenheit des Menschen dar und vermittelte das Unsagbare über „Schreie der Stille“. In seinem Dokumentarfilm „L’art du silence“ spürt Regisseur Maurizius Staerkle Drux dem Vermächtnis dieses Jahrhundertkünstlers nach. Er verwebt exklusives Archivmaterial mit einem persönlichen, zeitgenössischen Blick.

Foto: W-Film

Junge Profitänzer*innen spielen dabei ebenso eine Rolle wie bejahrte Patient*innen einer Parkinson-Gruppe – Pantomime als hoher Ausdruck von Humanität. Eine heutige filmische Sicht auf Marcel Marceaus Geheimnis. Kinostart ist zum Tag der Inkusion am 5. Mai.

 

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