Werk des Monats

Realität und Emotion auch in Bronze

Käthe Kollwitz (1867–1945), eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, ist vor allem als grandiose Zeichnerin und experimentierende Druckgrafikerin mit unverkennbaren Stil bekannt. Unbekannter ist dagegen ihr Oeuvre als Bildhauerin, das aber gleichbedeutend neben ihrem grafischen Werk steht. Eine Ausstellung „Realität & Emotion“ zu den Internationalen Tagen Ingelheim richtet demnächst den Blick auf das Gesamtwerk der bildenden Künstlerin. 
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Nicht vor Angst zittern…

„Nach der großen Zerstörung“ stand auf einem der Gedichtplakate. So hieß auch die besondere Aktion zum 10. Jahrestag der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Johann Voss gestaltete sie am 11. März 2020 vor dem Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben nahe Helmstedt. „Gewiss, es sind nicht Gedichte, die die Welt verändern. Aber um wieviel ärmer, trost- und zornloser lebten wir, gäbe es keine Gedichte und keine Lieder...“, schrieb der Autor in seiner Ankündigung.
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Graffiti in Berlin: Rückkehr der Affen  

Trister Coronaspaziergang in Moabit. Siemensstraße. Endlos-triste Fassade des Hamberger Lebensmittel-Großmarkts. Dahinter das winterlich-triste Gelände des Zentrums für Kunst und Urbanistik. Und plötzlich die Überraschung: Auf der dem Zentrum zugewandten Rückseite des Großmarkts erglühen in mächtiger Farbmagie außergewöhnliche Graffiti: Primateninvasion in Berlin, Return of the Apes.
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… Und tschüs!

Nun „tut Trump seinen letzten Schnapper als US-Präsident vor dem großen Abtauchen“, hofft Maskenschöpfer Michael Stöhr. Er leitet als Pensionist das internationale Maskenmuseum in Diedorf bei Augsburg. In der Corona-Zwangspause der letzten Monate hat er eine ganze Reihe von Politikermasken in Realgröße zum Aufsetzen hergestellt – „meist als Upcycling von diversen Fundstücken unserer modernen Kultur“.
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Wir sollten vorausschauend denken

Solche abstrakten, vergleichsweise leichten Bilder zur Natur in ihrer Fragilität hat die Malerin Barbara Salome Trost selbst zur Ausstellung "Lockdown" beigetragen, die momentan in der Berliner MedienGalerie gezeigt wird. Werke von Künstlerinnen und Künstlern der ver.di-Landesfachgruppe Bildende Kunst hingen dort regelmäßig und werden auch zum Jubiläum der 150. Schau ausgestellt. Zu Beginn durfte sogar noch Publikum kommen...
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Eine Art Freilichtkino: Das „Colosseum“ retten

Reichlich 100 Meter Luftlinie liegen zwischen dem „echten“ Kino „Colosseum“ im Berliner Prenzlauer Berg und dieser Ausstellung. Die Tafeln wurden an Zaun der Gethsemanekirche angebracht. Sie informieren über die Geschichte des traditionsreichen Lichtspielhauses und liefern Kommentare und Staements, die Zuschauer*innen und Unterstützer für ihr Kiezkino abgegeben haben. Denn es soll geschlossen bleiben und womöglich Büroflächen weichen.
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Zusammenspiel im „Haus der guten Geister“

Oper im Kino? Kommt allenfalls aus der MET? Stimmt nicht. Jetzt gibt es eine filmische Dokumentation aus der Staatsoper Stuttgart, die nicht nur die Stars präsentiert, sondern das Zusammenspiel vieler Fachleute beleuchtet, die für das Entstehen einer Produktion – hier „Pique Dame“ von Tschaikowski – unerlässlich sind. Oper einmal anders. Demnächst im Kino.
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Die Papiere und nötigenfalls die Zähne zeigen

„Diese Anthologie soll dazu beitragen, die Lyrik aus ihrem Nischendasein zu befreien. Zeigen, wie wichtig politische (gesellschaftsrelevante) Lyrik auch heute ist.“ So schrieb es Reinhild Paarmann im Vorwort für die Anthologie „Ihre Papiere bitte!“, mit der sie und 13 ihrer Kolleginnen und Kollegen der AG Lyrik im Berliner VS sich schon im Frühjahr zu Wort meldeten. Das Buch war vor dem Shutdown gedruckt. Die geplanten Lesungen fielen wegen Corona aus. Eine wird nun nachgeholt. Und ein Gedicht sei stellvertretend vorgestellt:
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Zeitzeugin der Schlacht an der Oder

„White Root“ heißt die Kunstinstallation von Volker-Johannes Trieb. Er nutzt eine geschossverwundete Eichenwurzel vom Schlachtfeld der Seelower Höhen in Brandenburg, von wo aus im April 1945 die Rote Armee die Schlacht um Berlin einleitete. Das Holz trägt Spuren der Kämpfe. Gegenwärtig steht es vor dem Gebäude, in dem die Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten.
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Wenn die Luft zum Atmen genommen wird

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd hat ein Fass zum Überlaufen gebracht. Seit Wochen gibt es in den USA, aber auch weltweit Proteste gegen Rassismus, die jetzt durch einen erneuten Fall tödlicher Polizeiwillkür weiter angefacht werden: Black Lives Matter. Johann Voß regte das tragische Geschehen in Minneapolis zu diesem Gedicht an:
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