Werk des Monats

Fokussiert auf einen Tag

Novemberblues im Frühsommer? Nix da! Auch wenn diese CD gewissermaßen ein Corona-Ergebnis ist, melancholischer Abgesang liegt den Musikern fern. Nachdenkliches nicht. Hier geht es am November-Beispiel, mit speziellem Blick auf einen einzelnen Tag, ums deutsche Große-Ganze. Aufgeteilt in dreizehn kleine, sehr verschiedene Stücke. Die sind – zwischen 1:55 und 4:20 Minuten lang – poetisch wie politisch und musikalisch absolut hörenswert. Eine Empfehlung.
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Gehen mit offenen Sinnen

Seit Jahrzehnten bereist Michael Zeller osteuropäische Länder und macht sie zum Gegenstand seiner Literatur. Als ihn 2019 der ukrainische PEN als ersten Ausländer in die “Literaturresidenz” Charkiw einlud, nutzte er den Aufenthalt, Erlebnisse und Erfahrungen über die Stadt und die Menschen aufzuschreiben. So entstand das Buch „Die Kastanien von Charkiw. Mosaik einer Stadt“, das im Herbst 2021 im Assoverlag Oberhausen erschien, bereits nachgedruckt wurde und nun auch eine Jury überzeugte.
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„Die Kunst der Stille“

Als tragikomischer Clown „Bip“ inspiriert der berühmte Pantomime Marcel Marceau bis heute Menschen auf der ganzen Welt. Ikonisch: Das weiße Ringelhemd, das weiß geschminkte Gesicht sowie der zerbeulte Seidenhut mit der roten Blume. Wie lebendig sein Erbe ist, zeigt ein deutsch-schweizerischer Dokumentarfilm, der jetzt in die Kinos kommt.
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Zum Frauentag: Eine Ermahnung in Pink

Das Berliner Aktionsbündnis fair share! lud am Internationalen Frauentag 2022 zu einer symbolischen Aktion an der Neuen Nationalgalerie ein. „Sichtbarkeit für Künstlerinnen“ wurde bei der Performance gefordert und das Gebäude von Protagonistinnen in pinkfarbenen T-Shirts umstellt. Jede Teilnehmerin trug darauf den Namen einer bisher nicht in Museen vertretenen Künstlerin.
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„Kannste knicken!“ – Jahresrückblick der Cartoonlobby

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Ein bisschen gilt das auch für gezeichneten Humor. Doch die Kari aus der Feder aktuell arbeitender Zeichner und Karikaturisten, hier Klaus Stuttmann, bleibt immer noch Kunst. Selbst, wenn sie unter dem Titel „Kannste knicken“ gezeigt wird. Die aktuelle Ausstellung der „Cartoonlobby“ in der Berliner MedienGalerie lässt das vergangene Jahr Revue passieren und bietet zugleich etwas „Vorsicht“ auf 2022.
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UNESCO-Schutzglocke vorm Abbaggern?

Wird der nordrhein-westfälische Ort Lützerath UNESCO-Welterbe? Das bereits weitgehend verlassene und vom kompletten Abriss bedrohte Dorf am Rande des Tagebaus Garzweiler II gilt als neues Symbol für den Konflikt um den Baunkohleabbau in Deutschland. Erste Schritte zur Aufnahme in die Welterbe-Liste der Vereinten Nationen haben Unterstützer des Dorferhaltes im Dezember unternommen.
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Das Risiko von Begegnung in vervirten Zeiten

Reicht ein Treffen am Kopiergerät? So die bange Frage, die sich zu Beginn der Pandemie in Tilla Lingenbergs „Atmungsaktiven Tagesnotizen“ stellte. Nun steht sie fast am Anfang der Hamburger „Anthologie zur Pandemie“. Inzwischen wissen wir freilich alle mehr: Wenn die Begegnung mit dem Infizierten kurz, der Raum gut gelüftet war, die Kollegin geimpft ist und Maske trug, dürfte die Ansteckungsgefahr gering sein. Eine Risikobegegnung bleibt es. Und das umso mehr, da uns inzwischen Delta und womöglich Omikron im Griff haben.
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Fotografische Spurensuche: Erinnern im Heute

Die Statue einer trauenden Mutter und viele Namen im brandenburgischen Spremberg: 687 Soldaten der Roten Armee fanden hier auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Eine von zahlreichen Stationen einer fotografischen Spurensuche der Berliner Journalistin Gabriele Senft. Sie folgte 2020 – im 75. Jahr der Befreiung der Völker Europas vom deutschen Faschismus - dem Weg der Roten Armee von der Oder bis Berlin. Das Buch – es wurde weit mehr als ein Bildband - erschien, wie so vieles in Pandemie-Zeiten, verspätet. Aktuell ist es dennoch.
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Verliebte Leserin künftig nie mehr allein

Das "Brieflesende Mädchen am offenen Fenster" von Jan Vermeer kennt fast jeder. Doch so, wie es hier noch abgebildet ist, wird das Original nie mehr zu sehen sein. Ein Restaurator der Dresdener Gemäldegalerie hat über zwei Jahre lang akribisch Übermalungen von fremder Hand entfernt. Nun wird das Bild erstmals wieder so gezeigt, wie es einst das Atelier in Delft verließ: mit einem Cupido an der Wand.
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In der Flutnacht nachgewässert

Eine temporäre „Fotoausstellung“ ist momentan im Eifelort St. Thomas zu sehen. Hier trat in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 die Kyll, ein Mosel-Nebenfluss, über die Ufer. Zwar sind die Schäden nicht mit denen im Ahrtal vergleichbar, doch kam es zu seit Menschengedenken einmaligen Überflutungen. Gewässert wurden dabei auch etliches Archivmaterial des kürzlich hierher gezogenen Fotografen Toni Nemes. Nach Trocknung hat er einige der Bilder am Scheunentor angebracht – „Featured by the Kyll“.
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