Weihnachten nochmals ohne Lieder?

Screenshot: copyright Lothar Priemer

Auf einem belebten Platz in Hamburg stehen drei Musiker, umgeben von durchsichtigen Spuckschutzwänden. Auf diesen sind Informationen zur Aktion befestigt. Inmitten dieser Wände stehen die Musiker, abgeschottet von den Zuhörern und spielen Weihnachtslieder. Der Kontakt zur Umgebung findet nur durch diese Kunststoffwände hindurch statt. Bereits das zweite Weihnachten ohne Lieder?

„Weihnachtslieder gehören für viele Bürger zum unverzichtbaren Kulturgut der Adventszeit. Auch wer sich sonst nicht als musikliebenden Menschen bezeichnet, wird diese zur Vorweihnachtszeit nicht missen wollen. Wird die Musikszene allerdings weiterhin derart blockiert und ausgehungert, wie seit Beginn der Pandemie, werden sie in wenigen Jahren nicht mehr zu hören sein. Nicht nur, weil die Musiker fehlen, die diese zu Gehör bringen, sondern auch, weil die Musikvermittlung an künftige singende Generationen in Gefahr ist. Hierauf wollen wir mit unserer Aktion hinweisen.“ Mit seiner Aktion und diesem Statement zum Jahresende beteiligte sich Lothar Priemer am ver.di-Jahr der Kulturschaffenden 2021. Seit 2002 arbeitet er freischaffend als Musiker, Autor, Komponist und Instrumentalpädagoge für Fagott und Saxophon. Es entstanden Kompositionen für Hörspiele, Musik für den Film „Hormoon“ und ein Orchesterarrangement für das Musikstück „All our Lives“ (Charlie Serrano). Seit seinem Studium ist er in mehreren Kammermusikgruppen und Orchestern im In- und Ausland, zum Teil mit eigenen Kompositionen und Arrangements, aktiv.

Bei seiner jetzigen Aktion standen ihm die Kolleg*innen Katja Krüger und Stephan Jockusch zur Seite. Gespielt wurde jeweils 20 bis 30 Minuten. Die Aktion wird filmisch dokumentiert.

 

 

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