„Time“ – ein Licht für alle Kulturschaffenden

Der Musiker Robert Carl Blank setzt sich mit der Corona-Situation auseinander und kommt für sich und andere Kreative zu dem Fazit: „Das Umlernen braucht viel Zeit, und auch das Erlernen eines Selbstvertrauens, diese neue und ungewohnte Situation in den Griff zu kriegen. Kurzum, es findet eine Umwälzung vieler interner Prozesse bei uns Künstlern statt. Hierfür brauchen wir einen echten Neuanfang und große Unterstützung. Sein Song „Time“ greift diese Idee auf.

„Ich schreibe Musik und Texte, und dies schon seit vielen Jahren. Ich nehme Lieder auf, veröffentliche Tonträger, und spiele jährlich um die 100 Konzerte. Corona nahm mir zwar nicht meine Kreativität weg, denn Kunstarbeit ist immer eine Auseinandersetzung mit sich selbst und seinem Umfeld. Jedoch entfiel die Möglichkeit, von meinem Beruf leben zu können. Der Output blieb, jedoch gab es plötzlich keine bzw. nur stark geschmälerte Möglichkeiten der Verwertung.

Inzwischen befinden wir Künstler uns seit knapp zwei Jahren in einer existenzbedrohenden Zeit. Es ist eine Zeit, die vieles verändert hat: Meine Sicht nach innen sowie nach außen ist nicht mehr dieselbe. Es starben und sterben viele alte Muster und Prozesse, und neue benötigen Zeit, um zu wachsen und sich zu entfalten, vergleichbar mit einer langen Heilphase nach einer lebensverändernden Krankheit, oder einem Unfall. Diese Thematik greife ich künstlerisch in meinem Song ‚Time‘ auf, und setze damit ein Licht für mich und uns, als Kulturschaffende.“

Robert Carl Blank ist ein professioneller Musiker, Songschreiber, Texter und Produzent aus Hamburg. Musikalisch sehr breit aufgestellt, bewegt er sich jedoch am liebsten in den Gefilden von Folk und schöngeistigem Pop. Seit 2006 veröffentlichte er fünf Studioalben und drei EPs, normalerweise spielt er jährlich bundesweit um die 100 Konzerte und gibt auch Songwriting Workshops. Seit Beginn der Pandemie hat er sich zudem zum Mixing Engineer fortgebildet, schreibt und produziert inzwischen auch eifrig für andere Künstler.

Zu „Time“ sagt er: „Den Song und das Video möchte ich daher uns allen Kulturschaffenden widmen, und ein Zeichen der Hoffnung und des Lichts setzen. Denn ohne uns bzw. ohne das, was wir tun – nämlich Träume denken und in einer Kunstform umsetzen – ist eine Gesellschaft niemals vollständig.“

 

nach oben

weiterlesen

„On/off“: Es wurde immer wieder dunkel

Das Video von Chris Drave entstand in einem Hotel-Zimmer: "Ich beginne immer wieder das 'Präludium & Allegro' von Fritz Kreisler, doch das Licht geht immer wieder aus. Das symbolisiert die 'on-off'-Situation im Kulturbereich – mal dürfen Konzerte stattfinden, dann wieder nicht, dann doch wieder, aber nur mit reduzierten Zuschauern, was sich für die Veranstalter häufig nicht gelohnt hat, so dass auch hier wieder Konzerte abgesagt wurden… Dieses Hin und Her hat viele Kunst-Projekte ausgebremst und gelähmt."
mehr »

Dokumentiert: Kultur in der Krise

Künstler und Kulturschaffende in Zeiten der Pandemie hat Stephan Lucka mit Fotos und Protokollen porträtiert. Ihn interessierte: Wie gehen Künstler und Kulturschaffende persönlich mit dem Wegbrechen ihrer Tätigkeitssfelder um? Welche Bewältigungsstrategien entwickeln sie? Welche Lösungen haben sie gefunden? Wie wirkt sich die Krise der Kulturbranche gesamtgesellschaftlich aus? Zwölf Beispiele hat er gefunden, von der Performancekünstlerin über Kabarettist und Tänzerin bis zum Clown.
mehr »

Debatte: Wie die Arbeit der Zukunft gestalten

LABOR.A heißt die Plattformkonferenz der Hans-Böckler-Stiftung zur Zukunft der Arbeit, die am 6. Oktober 2021 bereits zum vierten Mal Akteure aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Betrieben zu Austausch und Ideenschmiede zusammenbrachte. Das umfangreiche Programm allein mit 19 verschiedenen Sessionen wurde gemeinsam mit vielen der 50 Partner-Institutionen vorbereitet. Mit ver.di-Beteiligung standen auf der Agenda auch die Situation der Solo-Selbstständigen und Fragen künftiger Arbeitsgestaltung, nicht nur im Kulturbereich.
mehr »

Über die Stradivari unter den Arschgeigen

Herr Stapper – ein "Vertreter der Unterschicht" und echter Assi-Adel aus Köln – gibt sich solidarisch und seine Expertise nach 30 Semestern Hartz-IV gern an die soloselbstständigen Künstler*innen weiter, die in Corona-Zeiten ungewollt und unerwartet auf Grundsicherung zurückgeworfen wurden. Da das Beantragen bekanntermaßen gar nicht so einfach ist, hat Stapper – alias Kabarettist Robert Grieß – ein Geschäftsmodell im "betreuten Beraten" gefunden, mit Geld-zurück-Garantie.
mehr »