Straßenmusik mit Champagner

Straßenmusik in Altona Screenshot: youtube

„In Hamburg ist selbst ist die Straßenmusik in vielen Bezirken untersagt oder eingeschränkt, daher habe ich für Betriebskosten gesorgt, zumindest optisch“, sagt Claus Diercks, freischaffender Musiker und Bandleader seit 1969, seit 1979 auch selbstständiger Diplom-Designer zu seiner mehrstündigen Aktion, die in einem Video ausschnittweise festgehalten wurde.

Bei seiner Videoproduktion für das „Jahr der Kulturschaffenden“ handelt es sich um eine Dokumentation einer mehrstündigen Kulturdemo am 8. Juli 2021. Gemeinsam mit seinem Drummer-Kollegen Stephan Jockusch machte Diercks in der Neuen großen Bergstraße im Bezirk Hamburg Altona auf die prekäre Lage der Kulturschaffenden aufmerksam: Mit Champagnerflasche im Eiskübel und Gläsern auf weißem Tischtuch im Hintergrund: als „französische Betriebskosten“ deklariert.

Diercks und seine „Installation“. Screenshot: Youtube

Mit der „Installation“ in bewußtem „Kontrast zu unserer Straßenmusik“ und einer kurzen Ansprache wies Diercks auf die Lagen der Musiker hin, die wie er selbst seit 16 Monaten durch die Verordnungen in Ihrer Berufsausübung drastisch eingeschränkt sind: „Viele Soloselbständige, die ich kenne, haben keine Bundesmittel erhalten, weil sie keine oder sehr geringe Betriebskosten geltend machen können, oder – so wie ich – mehreren Arbeiten nachgehen und dadurch in kein angewandtes Raster passen. Selbst die Grundsicherung war für viele nicht erreichbar“, kritisierte der Aktive mit seiner Aktion.

 

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