Öffentlicher Dienst: Jetzt streikts!

screenshot: https://unverzichtbar.verdi.de

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ergebnislos geblieben ist, hat ver.di Warnstreiks angekündigt. Die Arbeitgeber sollten nicht mit der Vorstellung spekulieren, dass Beschäftigte angesichts der Pandemie nicht für ihre Ziele eintreten, warnte ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke.

»Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten war nichts zu spüren. Damit sind Warnstreiks unvermeidlich«, sagte der ver.di-Vorsitzende. Die zweitägigen Verhandlungen endeten ohne Fortschritt und seien «verschwendete Zeit». Die Arbeitgeberseite hatte auch in dieser Runde kein Angebot vorgelegt. Werneke wertete das als «ganz schlechtes Zeichen». Offensichtlich sei den öffentlichen Arbeitgebern der Ernst der Situation nicht bewusst:
»Besonders skandalös ist, dass die Ost-West-Angleichung bei der Arbeitszeit erst 2025 verwirklicht werden soll sowie die angestrebte Laufzeit der Tarifvereinbarung bis in das Jahr 2023«, sagte Werneke. Auch die geforderte Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro, die den öffentlichen Dienst für junge Leute attraktiv machen soll, werde strikt verweigert. »Die Arbeitgeber verschärfen den Konflikt. Die Antwort wird jetzt aus den Betrieben kommen«, sagte Werneke. Erste Warnstreiks mit regionalem Bezug sollen bereits am 22. September 2020 beginnen
ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4, 8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen.
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22./23. Oktober 2020 angesetzt.

Zur Unterstützung der Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat ver.di einen Statement-Generator freigeschaltet, mit dessen Hilfe persönliche Online-Statements hochgeladen werden können. Dazu sind auch Beschäftigte kommunaler Musikschulen und von Staats- und Landestheatern sowie kommunalen Bühnen und Kultureinrichtungn aufgefordert:

«Du arbeitest im öffentlichen Dienst? Sag uns, wie du den Laden am Laufen hältst. Denn jetzt sind die öffentlichen Arbeitgeber dran, ihre Wertschätzung dafür zu zeigen.

Du arbeitest nicht im öffentlichen Dienst, willst die Kolleg*innen in der Tarifrunde aber unterstützen? Das freut uns. Hinterlasse dein Statement!», heißt es auf der Kampagnenseite.

Nachtrag am 29.09.2020: ver.di-Flugblatt zur Angleichung der Arbeitszeiten in Ost und West:

3774_69_03_Flugblatt_Angleichug_o_w

Zu konkreten Warnstreikaktionen siehe auch hier

 

 

 

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