100 gefaltete Texte als Geschenk

Textschiffchen in St. Marien Foto: Jan Borchert

Eine besondere Aktion in der Marienkirche in Frankfurt/Oder: Am 27. Juni wurden hier 100 Schiffchen mit Texten verschenkt. Die Schriftstellerin Carmen Winter hatte die erste Corona-Welle im Frühjahr 2020 unter anderem mit tagebuchartigen Aufzeichnungen verarbeitet. Aus solchen Textseiten faltete sie bunte Schiffchen, die sich Besucher mitnehmen konnten.

Am Ende der dreistündigen Aktion saß Carmen Winter hinter einer ganzen Schiffchenflotte. Die Zeit hatte gerade gereicht, alle 100 bunten Boote zu falten.

Foto: Jan Borchert

Wer kam, konnte sich eines, auch zwei oder drei mitnehmen. Der blinde Reporter vom Freien Bürgerradio Slubfurt bekam seinen Text sogar vorgelesen und das Schiffchen dann in die Tasche gesteckt. Alle anderen konnten selber aussuchen und lesen. Winters tagebuchartigen Aufzeichnungen sind von März bis Juni 2020 entstanden. Sie wurden in dieser Zeit auf Facebook veröffentlicht, wo sich eine Gruppe „Corona – Zeit für mich, Zeit für dich – Frankfurt (Oder)“ gegründet hatte. „Es war gut, sich noch einmal mit den Texten und den Wochen des ersten Lockdown zu beschäftigen“, so das Fazit der Schriftstellerin.

Besondere Art der Beschäftigung mit Texten Foto: Jan Borchert

„Kunst, egal ob Literatur, Musik, bildende Kunst oder Kunst auf der Bühne, ist ein Geschenk. Das wurde in den letzten Monaten, in denen auf Grund der Corona-Pandemie alle Kultureinrichtungen geschlossen waren, deutlicher denn je. Klar ist aber auch, dass Künstler für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden müssen. Sie machen mit ihren Werken Diskussionsangebote, regen zum Nachdenken an und sorgen für Entspannung. Kunst ist ein wertvoller Teil unseres Lebens.“

Darauf wollte die Autorin, die auch Landesvorsitzende des Schriftstellerverbandes VS in Brandenburg ist, mit ihrer Aktion zum „Jahr der Kulturschaffenden“ aufmerksam machen.

Foto: Jan Borchert

www.carmenwinter.de

nach oben

weiterlesen

Über die Stradivari unter den Arschgeigen

Herr Stapper – ein "Vertreter der Unterschicht" und echter Assi-Adel aus Köln – gibt sich solidarisch und seine Expertise nach 30 Semestern Hartz-IV gern an die soloselbstständigen Künstler*innen weiter, die in Corona-Zeiten ungewollt und unerwartet auf Grundsicherung zurückgeworfen wurden. Da das Beantragen bekanntermaßen gar nicht so einfach ist, hat Stapper – alias Kabarettist Robert Grieß – ein Geschäftsmodell im "betreuten Beraten" gefunden, mit Geld-zurück-Garantie.
mehr »

Bücher schützen und: Lesen, lesen, lesen!

Am 27. Juli waren sie in der Zentralbibliothek Berlin Tempelhof-Schöneberg gefunden worden: Sieben Sachbücher in einem Ausleihkorb. Allesamt unbrauchbar gemacht. Jemand hatte ganze Seitenbündel wahllos herausgetrennt. Und war doch gezielt vorgegangen: Sämtliche Titel widmen sich der Auseinandersetzung mit radikalen Rechten oder blicken auf Ikonen und Theorien der Arbeiterbewegung. Ein verheerendes Signal rechtsgerichteter Zerstörungswut. Es durfte so nicht stehenbleiben.
mehr »

Straßenmusik mit Champagner

„In Hamburg ist selbst ist die Straßenmusik in vielen Bezirken untersagt oder eingeschränkt, daher habe ich für Betriebskosten gesorgt, zumindest optisch“, sagt Claus Diercks, freischaffender Musiker und Bandleader seit 1969, seit 1979 auch selbstständiger Diplom-Designer zu seiner mehrstündigen Aktion, die in einem Video ausschnittweise festgehalten wurde.
mehr »

Lebewesen zeichnen Lebewesen

Zeichnen als Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Achtsamkeitstraining fördert das (Selbst-) Bewusstsein - das beweist die bildende Künstlerin Shpresa Faqi schon seit Längerem und organisiert Workshops "Lebewesen zeichen Lebewesen". Zunächst in ihrem Atelier in Kassel. Inzwischen – "entstanden aus einer Notsituation" in der Pandemie – verlegt sie ihre Zeichenprojekte auch in den Wald und die freie Natur.
mehr »