Übersetzerverband hat einen neuen Vorstand gewählt

Bei der digitalen Mitgliederversammlung des Verbandes der Übersetzerinnen und Übersetzer (VdÜ) in ver.di am 5. Juni 2021 wurden neue Verbandsgremien gewählt. Neue 1. Vorsitzende wurde die bisherige Schatzmeisterin Marieke Heimburger aus Tønder, als neuer 2. Vorsitzender erhielt Ingo Herzke aus Hamburg das Vertrauen. Man übernehme ein „gut bestelltes Feld“, erklärten die neuen Vorstände, doch verweise die Situation bei Honoraren und Urheberrecht auf weitere Aufgaben der Interessenvertretung.

Marieke Heimburger, geboren 1972 in Japan, hat in Düsseldorf „Literaturübersetzen“ für Englisch und Spanisch studiert und arbeitet seit 1998 als freiberufliche Übersetzerin englischsprachiger und dänischer Literatur. Von ihrer Wahlheimat Süddänemark aus hat sie sich von Anfang an berufspolitisch engagiert und sich aktiv in den VdÜ eingebracht. 2013 wurde sie in die Honorarkommission gewählt, 2017 wechselte sie als Schatzmeisterin in den zuletzt von von Patricia Klobusiczky und Maria Hummitzsch geführten VdÜ-Vorstand.

Ingo Herzke ist 1966 in Niedersachsen geboren, hat in Göttingen und Glasgow Englisch und Geschichte studiert und 1999 angefangen, Literatur aus dem Englischen zu übertragen. Seitdem lebt er in Hamburg vom Bücherübersetzen. Mitglied im VdÜ wurde er gleich nach dem ersten Buch, seit fast 20 Jahren ist er Mitorganisator des Hamburger Übersetzertreffens, und seit 2010 hat er zusammen mit Annette Kopetzki den Auftritt des VdÜ im Zentrum „Weltempfang“ auf der Frankfurter Buchmesse verantwortet.

„Die letzten Vorstände haben über Jahre große berufspolitische Projekte vorangebracht und abgeschlossen – wir übernehmen also ein gut bestelltes Feld“, so die beiden Vorsitzenden in ihrem Grußwort nach der Wahl. „Das heißt aber nicht, dass für uns nichts zu tun sein wird. Die schon lange stagnierenden Honorare, dazu ein jetzt gerade in Kraft tretendes erneuertes Urheberrecht, das uns keinerlei Instrumente zur Erlangung der seit langem von der Politik zugesagten angemessenen Vergütung in die Hand gibt – die prekäre Situation unserer Zunft ist weiterhin eine Realität.“

Zu ihren Plänen als Vorsitzende sagten Heimburger und Herzke: „Unsere Hauptaufgabe wird weiterhin darin bestehen, durch kompetente und konstruktive Zusammenarbeit mit Verwertern und Politik für die Verbesserung der Einkommenssituation unserer Zunft einzutreten. Aber wir wollen auch ein erhöhtes Augenmerk auf den Zusammenhalt und die Professionalisierung aller Übersetzerinnen und Übersetzer richten, ganz gleich, ob im VdÜ organisiert oder nicht. Dazu werden wir sicher auch neue Wege beschreiten, die uns eher unfreiwillig durch die Pandemie nähergebracht wurden, die wir nun aber als positive Ergänzung zu unseren altbewährten Aktivitäten aufgreifen und umsetzen wollen.“

Weitere Personalien: Neuer Schatzmeister des VdÜ ist Mirko Kraetsch (Berlin), neuer Schriftführer Andreas Förster (Berlin). Elke Link (Berg) und Katrin Segerer (Düsseldorf) wurden als Beisitzerinnen wiedergewählt, André Hansen (Berlin) kommt als Beisitzer neu hinzu.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Imre Török erhielt den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg

Bereits im Jahr 2020 wurde Imre Török der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen, jetzt erhielt er ihn wirklich: Am 2. November 2021 wurde die feierliche Übergabe im Rathaus von Leutkirch nachgeholt. An der Veranstaltung mit geladenen Gästen im Schwörsaal konnte auch Töröks fast 100-jährige Mutter teilnehmen. Geehrt wurde ein Schriftsteller und Kommunikator, der von 2005 bis 2015 auch Bundesvorsitzender des VS war und jetzt als Ehrenvorsitzender des VS Baden-Wüttemberg fungiert.
mehr »

Umfrage: Mehr Daten über „hybride“ Arbeit

In einer aktuellen Umfrage untersucht ver.di die Arbeitsbedingungen von Kreativen und Kulturschaffenden verschiedener Branchen. „Wir wollen mehr über die unterschiedlichen Arbeitsrealitäten von Künstler*innen erfahren und die Erkenntnisse in die gewerkschaftliche Arbeit einfließen lassen“, erklärt Lisa Basten, Bereichsleiterin Kunst und Kultur bei ver.di. Sie ermuntert alle Mitglieder der Kunstfachgruppen, aber auch sonst im künstlerischen und kulturellen Bereichen Tätige, sich zehn Minuten Zeit zu nehmen.
mehr »

KSK: Befristet bald mehr Zuverdienst möglich

Eine von ver.di lange geforderte Ausnahmeregelung bei den Verdienstgrenzen für Zweitjobs soll jetzt befristet für in der Künstlersozialkasse (KSK) Versicherte eingeführt werden. Laut „Spiegel Online“ plant Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, die Verdienstgrenze für zusätzliche nicht-künstlerische selbstständige Tätigkeiten bis zum Jahresende 2022 von 450 Euro auf 1.300 Euro im Monat anzuheben. Das hieße: Bis zu diesem erhöhten Zuverdienst-Betrag soll der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz über die KSK bestehen bleiben.
mehr »

Danke Martha! – Wechsel im ver.di-Team Kunst & Kultur

Im ver.di-Bereich Kunst & Kultur wurde eine zusätzliche Stelle geschaffen, die zum 1. November 2020 besetzt wird. Bereichsleiter Valentin Döring freut sich, dass mit Lisa Basten die bestmögliche Besetzung gewonnen werden konnte. Ein herzlicher Dank geht gleichzeitig an Martha Richards, die in den letzten Jahren die ver.di-Kunstfachgruppen Musik und Bildende Kunst als Gewerkschaftssekretärin betreut hat.
mehr »