Tiefer Fall: Studie zur europäischen Kulturwirtschaft

„Rebuilding Europe. Die Kultur- und Kreativwirtschaft vor und nach COVID-19“ heißt eine Studie im Auftrag der GESAG (European Grouping of Societies of Authors and Composers). Sie betrachtet die ökonomische Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in der EU und Großbritannien unmittelbar vor und in den Auswirkungen nach Corona bis zum Jahresende 2020. Die Untersuchungsergebnisse von Ernst  & Young wurden am 26. Januar 2021 veröffentlicht.

Nach begründeten Schätzungen hat der Sektor 2020 Umsatzverluste von 31 Prozent erfahren, was einem Nettorückgang von 199 Mrd. Euro gegenüber 2019 entspricht. Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehöre damit zu den am stärksten von der Krise betroffenen Wirtschaftszeigen – etwas weniger als der Luftverkehr, aber mehr als Tourismus und Automobilindustrie. Alle Teilmärkte seien von dem „tiefen Fall“ betroffen. In der Darstellenden Kunst lägen die Rückgänge mit 90 Prozent am höchsten, gefolgt von der Musikbranche mit 76 Prozent; lediglich die Videospieleproduzenten hätten sich einigermaßen behaupten können, so die Studienergebnisse. Prognostiziert wird, dass die Pandemie „massive und anhaltende Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Kultur- und Kreativwirtschaft“ haben werde. Die Autoren fordern deshalb eine nachhaltige Stärkung und Förderung des Sektors, regen für die Erholung aber auch an, die Talente der Akteure als „Beschleuniger für soziale, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen in Europa“ zu nutzen.

Die Studie folgt einer von der GESAG als Zusammenschluss europäischer Verwertungsgesellschaften bereits 2014 bei EY beauftragte ähnliche Analyse, die unter dem Titel „Creating Growth“ veröffentlicht wurde.

Eine deutsche Kurzfassung der aktuellen Studienergebnisse gibt es hier auch zum Download.

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