Mehr Geld für Kunst und Kultur in der Hauptstadt bewilligt

Am 23. Juni 2022 wurde vom Berliner Abgeordnetenhaus der Doppelhaushalt 2022/2023 beschlossen. Für Kultur und Europa stehen laut Senatsverwaltung davon für 2022 insgesamt 885,7 Millionen Euro und 905,8 Millionen Euro für 2023 zur Verfügung. Das bedeutet deutliche Steigerungen im Vergleich zu den Vorjahren. Darin enthalten sind auch Mittel für Corona-Hilfen in Höhe von 31,9 Millionen Euro für 2022 und 22,8 Millionen Euro für 2023.

Tariferhöhungen werden erneut zu 100 Prozent bei den Zuwendungsempfänger*innen in den öffentlich geförderten Kunst- und Kulturprojekten durch entsprechende Mittelaufstockungen ausgeglichen.

Gekürzt wird allerdings auch, und zwar um 800.000 Euro beim Etat der Stiftung Oper zu Berlin GmbH.

Trotz der grundlegend positiven Nachrichten bleibe ein großes „Fragezeichen“ für die Zukunft, kommentiert Andreas Köhn vom ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg. Inflation und Preissteigerungen für Heizung usw. machten natürlich auch vor dem Künstler*innen und dem Kulturbereich nicht halt. „Durch die gerade vereinbarten Tariferhöhungen bei der Mindestgage durch den NV Bühne steht in naher Zukunft zudem auch die dringend notwendige Erhöhung der Berliner Honoraruntergrenzen-Empfehlung an.“ Darauf seien die aktuellen Projekt-Etats nicht vorbereitet – ein fehlender Aufwuchs entspreche hier einer De-Facto-Kürzung. „Die Projektmittel werden spätestens im Doppelhaushalt 2024/25 signifikant erhöht werden müssen, um einen Kahlschlag in der Berliner Kunst- und Kulturszene zu vermeiden“, so der Gewerkschafter.

 

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