Kurzarbeit mit Tarif auch für Solisten und Orchester

Nach Abschluss des Covid-19-Tarifvertrages im öffentlichen Dienst, der auch für kommunale Bühnen und Kultureinrichtungen gilt, haben Ende April die Deutsche Orchesterverieining  (DOV) bzw. die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) und die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e.V. (VdO) Tarifregelungen über befristete Kurzarbeit mit dem Deutschen Bühnenverein getroffen.

Die beiden Tarifverträge sehen vor, dass Betriebs- und Personalräte auf tariflicher Grundlage in Orchestern und Theatern auch für künstlerisch Beschäftigte Kurzarbeit vereinbaren können, um Arbeitsplätze während der Corona-Krise zu sichern. Dabei sind die Arbeitgeber verpflichtet, das gesetzliche Kurzarbeitergeld aufzufüllen – abhängig von der Höhe der Vergütung bei NV Solo bzw. der tariflichen Einstufung des Orchesters. Bei niedrigeren Vergütungen sichert die Aufstockung mindestens 95 Prozent, bei höheren mindestens 90 Prozent des vorherigen Nettogehalts. Ein Auffüllen auf 100 Prozent durch örtliche Dienst- oder Betriebsvereinbarung ist ausdrücklich möglich, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Tarifpartner. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die Zeit der Kurzarbeit und drei Monate danach ausgeschlossen.

Die Tarifregelungen gelten für alle künstlerisch Beschäftigten an kommunalen Theatern und Orchestern nach dem Normalvertrag Bühne (NV Bühne) und dem Tarifvertrag für die Musiker in Konzert- und Theaterorchestern (TVK). Sie sind rückwirkend zum 1. April in Kraft gesetzt und haben eine Laufzeit bis 31. Dezember 2020. Sie gelten nicht für die Staatstheater und -orchester der Länder.

 

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