Koblenz: Demo für faire Beschäftigung an Musikschulen

Beim Musikschul-Aktionstag am 22. August vor dem Rathaus in Leverkusen. Foto: Bernhard Marewski

Am 3. Oktober demonstrieren Musikpädagog*innen, Eltern und Schüler*innen mit den ver.di-Landesfachgruppen Musik Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz-Saarland für faire Beschäftigungsverhältnisse an Musikschulen. Die Aktion „Aus dem Takt geraten? Für faire Beschäftigung an Musikschulen“ findet vor der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz statt, wo zeitgleich die Bundesversammlung des Musikschulverbandes VdM tagt.

„Um den Niedergang eines ganzen Berufsstands und damit das Aus der musikalischen Bildung zu verhindern, fordern wir vom VdM einen unmissverständlichen Schulterschluss und der Politik die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die erforderlichen Mittel für die Überführung der Honorarverträge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach TVöD. Nur wenn Arbeitnehmer, Arbeitgeber, der Verband der Musikschulen und die Politik zusammenhalten, können wir die wesentlichen Zukunftsaufgaben im Interesse der musikalischen Bildung bewältigen“, heißt es im ver.di-Demo-Aufruf.

Musikschullehrer*innen und die Gewerkschaft sehen die Qualität und die Zukunftssicherheit der musikalischen Bildung schon länger bedroht. Corona hat die Lage verschärft: Nachwuchsmangel und schlechte Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte an Musikschulen gefährden die Qualität und Wirksamkeit der musikalischen Bildung. Prekäre Arbeitsbedingungen führen zu einer überhöhten Arbeitsbelastung des Verwaltungs- und Lehrpersonals. Tausende Fachkräfte fehlen schon jetzt und der Druck wächst weiter. In den kommenden zehn Jahren werden allein durch Verrentung 30 Prozent der Musikpädagog*innen aus dem Berufsleben ausscheiden.

„Es gibt keine Zukunft, wenn das System musikalische Bildung nicht dringend und gänzlich neu gedacht wird“, erklärt Martin Erhardt vom ver.di-Landesfachgruppenvorstand.

Der ver.di-Landesverband NRW hatten bereits zum Musikschul-Aktionstag am 22. August 2020 in verschiedenen Städten mit kreativen Aktionen auf die Lage aufmerksam gemacht. Hier auch Eindrücke aus Bonn.

Die Demonstration startet am 3. Oktober um 10 Uhr vor der Rhein-Mosel-Halle, Julius-Wengeler-Str. 4, 56068 Koblenz.

 

nach oben

weiterlesen

Danke Martha! – Wechsel im ver.di-Team Kunst & Kultur

Im ver.di-Bereich Kunst & Kultur wurde eine zusätzliche Stelle geschaffen, die zum 1. November 2020 besetzt wird. Bereichsleiter Valentin Döring freut sich, dass mit Lisa Basten die bestmögliche Besetzung gewonnen werden konnte. Ein herzlicher Dank geht gleichzeitig an Martha Richards, die in den letzten Jahren die ver.di-Kunstfachgruppen Musik und Bildende Kunst als Gewerkschaftssekretärin betreut hat.
mehr »

Für Kunstfreiheit: Glänzende Demo in Nürnberg und anderswo

Auch in Nürnberg hatten Kulturschaffende für den 19. Mai zu einer „Glänzenden Demonstration“ für Kulturfreiheit, gegen Intoleranz und Rassismus und für ein solidarisches Europa aufgerufen. Die Aktion eine Woche vor dem Europawahl-Termin wurde ein voller Erfolg. Rund 2000 Künstler*innen, Aktive und Sympathisanten bekräftigten ihre Forderungen im Rahmen der „Erklärung der Vielen“ gegen Rechtsextremismus. Vom Opernhaus zogen sie in einem bunten Zug bis vor die Lorenzkirche.
mehr »

Soforthilfe für Künstler und Kulturschaffende im November

Unbürokratische Hilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige: Wer wegen der jetzt beschlossenen, neuerlichen Corona-Beschränkungen in der Kultur- und Veranstaltungsbranche Umsatzverluste erleidet, bekommt 75 Prozent der Einnahmeausfälle vom Bund ersetzt. Das bekräftigten zuständige Bundesminister und informierten am 29. Oktober zum Procedere der neuen Soforthilfen.
mehr »

Berliner Künstler*innen auf der Straße fordern Existenzgeld

Bunt ging es zu beim Protestmarsch der Kulturschaffenden am 9. August in Berlin – so bunt wie im Kulturleben der Stadt. Dem Aufruf von Martin Bracht (Die Artistokraten) waren meist soloselbstständige Kreative verschiedenster Sparten gefolgt: Kabarettist*innen, Artist*innen, Schauspieler*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen, Kleinkünstler*innen, aber auch Freischaffende aus den Bereichen Kostüm, Maske, Veranstaltungsorganisation sowie Ton- und Lichttechnik.
mehr »