Hans Müncheberg zum 90.

Der Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di gratuliert seinem engagierten Mitstreiter und langjährigen Vorstandsmitglied Hans Müncheberg zum 90. Geburtstag. Müncheberg sei „ein ständiger Begleiter des VS, dem man immer mit Freude begegnet, und der viele Kapitel unserer Geschichte in Ost und West miterlebt hat“, heißt es in dem Glückwunschschreiben.

Geboren am 9. August 1929 in Templin, in den letzten Kriegstagen 1945 schwer verwundet, absolvierte Hans Müncheberg sein Abitur 1948. Nach einem Jahr Arbeitseinsatz im Formstahl- und Walzwerk Riesa wurde er zum Pädagogikstudium zugelassen. Doch sein eigentliches professionelles Betätigungsfeld wurden die Dramaturgie und die Belletristik – unter seinem Wirken entstanden zahlreiche Fernsehfilme und Erzählungen. Viele seiner Filme basierten auf literarische Quellen, etwa von Friedrich Wolf und Anna Seghers: »Die große Reise der Agathe Schweigert«, 1974, und »Das Schilfrohr«, 1977. Er schrieb Drehbücher für über 30 Filme und einige seiner eigenen Veröffentlichungen, so etwa »Der Tod von La Morgaine« (Erzählung, 1960), »Projekt Mercury« (Roman, 1963), »Gelobt sei, was hart macht« (Roman über seine Napola-Erlebnisse, 1991, überarbeitete Ausgabe 2002), »Blaues Wunder aus Adlershof« (Erinnerungen, 2000), »Vor Gericht, auf Reisen und sehr privat« (2007), »Außergewöhnliche Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit« (2010).

Da er sich für die Wahrung der Urheberrechte der Film- und Fernsehautorinnen und -autoren in der DDR engagierte, wurde er nach dem Übertritt aus dem Schriftstellerverband der DDR in den VS auf dem Schriftstellerkongress in Travemünde 1991 zum ostdeutschen Vertreter im European Writer‘s Congress gewählt.

Hans Müncheberg nutzte die letzten Monate des Deutschen Fernsehfunks, seine fernsehgeschichtliche Arbeit fortzusetzen und dabei auch die beispiellose Abwicklung eines Fernsehsenders mit zwei Vollprogrammen zu dokumentieren. Seit 2000 leitet er in Schöneiche ein Archiv zur Frühgeschichte der Fernsehkunst in der DDR.

1994 in den Bundesvorstand des VS gewählt – mit kurzen Unterbrechungen war er bis 2011 Vorstandsmitglied –, blieb das Bemühen um eine urheberrechtliche Gleichstellung der Medienautoren aus den neuen Bundesländern sein besonderes Anliegen. 1998 bis 2000 leitete er zudem den VS-Vorstand des Landes Berlin. Er nahm an der Aktion gegen die Bombardierungen auf das ehemalige Jugoslawien »Schriftsteller gegen den Krieg« teil.
Der Bundesvorstand des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller würdigt die Leistungen des Jubilars und wünscht ihm alles Gute.

 

 

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