Berlin: Musizieren für den Frieden geht weiter

Neuerliche Aktion am 15. März, diesmal auf dem Gendarmenmarkt. Foto: Christian von Polentz

Das musikalische Engagement gegen den Krieg in der Ukraine geht weiter: Nachdem sich am 25. Februar, einen Tag nach dem russischen Angriff, etwa 3500 Menschen – Musiker*innen und Sänger*innen, aber auch zahlreiche Sympathisanten – zu einem gemeinsamen abendlichen „Musizieren für den Frieden“ vor dem Brandenburger Tor versammelt hatten, folgte am 15. März eine weitere Mitsinge-Aktion auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Sänger*innen machten die Stufen des Konzerthauses zu ihrer Bühne für eine Solidaritätsaktion mit dem ukrainischen Volk.

Die Organisatoren – Landesmusikrat Berlin, das Präsidium des Chorverbandes Berlin sowie weitere Organisationen – zeigten sich am 25. Februar in kurzen Ansprachen bestürzt über den russischen militärischen Angriff auf die Ukraine. Auch Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) gab ein entsprechendes Statement ab. Die Hoffnung, dass Chöre, Sängerinnen und Sänger ihre Stimmen für den Frieden erheben wollten, wurde nicht enttäuscht.

Solidaritätskonzert mit der Ukraine anlässlich des russischen Angriffs Foto: Christian von Polentz

Vor dem Brandenburger Tor, das in diesen Tagen auch in den Ukrainischen Farben erstrahlte, zeigten Musiker*innen und Sänger*innen musikalisch ihre Solidarität. Die Noten zum Kanon „Dona nobis pacem“, zum ukrainischen Volkslied „Zelenaja vyshnja“ (Grüner Beeren), aber auch zur textabgewandelten Ode „Friede, schöner Götterfunken“ oder John Lennons „Imagine“ konnten vorher aus dem Internet heruntergeladen werden.

Aktualisiert am 16. März: Für die gemeinsame musikalische Aktion am 15. März waren erneut Texte und Noten zurvor im Internet bereitgestellt worden – mit leicht modifiziertem Repertoire. Die Sängerinnen und Sänger bildeten auf den Stufen des Schinkelbaus am Gendarmenmarkt ein gewaltiges gemischtes Ensemble. Auch Andreas Köhn, ver.di-Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie von Berlin-Brandenburg, sprach zu den Teilnehmer*innen und versicherte gewerkschaftliche Solidarität mit der Ukraine. Nach diesem „Singnal für den Frieden“ startete drinnen im Konzerthaus am gleichen Abend eine mehrtägige Hommage an den Komponisten Dimitri Schostakowitsch.

Musizieren für den Frieden am 15. März. Andreas Köhn von ver.di sprach zu den Teilnehmer*innen Foto: Christian von Polentz

Aktualisierung am 2. März: Nach der eindrucksvollen Demonstration für den Frieden erreichten die Organisatoren viele Anfragen und Hilfsangebote Berliner Kulturschaffender für die Ukraine und von dort geflüchtete Menschen. Der Landesmusikrat Berlin hat deshalb eine Umfrage initiiert, bei der Hilfsangebote unterbreitet und koordiniert werden können. Sie ist hier zu erreichen.

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