Berlin: Ab August Honorarerhöhungen

Mai 2018: Berliner Musikschullehrer_innen vor der Senatsverwaltung für Finanzen: Sie verlangen Festanstellungen und protestieren gegen prekäre Beschäftigung.
Foto: Christian von Polentz

Ein Erfolg für alle Honorarkräfte an Berliner Musikschulen: 15 Prozent mehr Honorar rückwirkend ab August 2020. Ab August 2021 erwarten die Koalitionsfraktionen weitere 25 Prozent mehr. Der hauptstädtische Senat hat im Rahmen der Hauptausschuss-Sitzung am 23. September 2020 die seit Langem diskutierten Honorarerhöhungen für Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer verbindlich mitgeteilt.

In einem ersten Schritt werden die Honorare also – rückwirkend zum 1. August 2020 – um 15 Prozent auf bis zu 32 Euro angehoben. Die Koalitionsfraktionen haben darüber hinaus klargemacht, dass sie in einem zweiten Schritt eine Erhöhung der Honorarsätze auf bis zu 35 Euro zum 1. August 2021 erwarten, zumal sie im Rahmen der parlamentarischen Haushaltsberatungen die dafür notwendigen Mittel bereitgestellt haben.
Zuletzt forderten die Koalitionsfraktionen den Senat auf, spätestens bis zum 1. Januar 2021 die noch ausstehenden »Ausführungsvorschriften Honorare« in Kraft zu setzen. Diese sollen dann einheitliche Regelungen für die Möglichkeit einer Fortzahlung von vertraglich vereinbarten Honoraren im Pandemiefall enthalten.
Der Landesmusikrat Berlin und seine Kooperationspartner begrüßen diese Entwicklung außerordentlich. Die Präsidentin des Landesmusikrats Berlin Hella Dunger-Löper: »Wichtig ist, dass die dringend notwendigen Honorarerhöhungen jetzt festgezurrt wurden und für die betroffenen Musiklehrerinnen und Musiklehrer keine weitere Unsicherheit mehr besteht. Wir danken allen, die sich für dieses Ergebnis eingesetzt haben, und die schwierigen Verhandlungen erfolgreich geführt haben!«

Im August hatten Landesmusikrat Berlin e.V., ver.di-Fachgruppe Musik Berlin, die Landeslehrervertretung der Berliner Musikschulen e.V., DOV e.V. und das Bündnis zur Förderung der öffentlichen Berliner Musikschulen e.V. mit einem gemeinsamen Schreiben auf die Dringlichkeit der Umsetzung verwiesen, im September mit einem Appell an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die aktuelle Pressemeldung des Landemusikrates und die neuen Honorarsätze stehen auch hier auf der Internetseite der ver.di-Fachgruppe Musik

 

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