Zum Welttag: Rechte von Literaten stärken

Ideal: Viele neue Bücher und großes Leserinteresse, wie hier auf der Leipziger Buchmesse 2019. Foto: Jens-Ulrich Koch

Zum Welttag des Buches am 23. April fordert der VS Verbesserungen in der Stärkung der Rechte von Literatinnen und Literaten: Auch nach einem Jahr Pandemie gibt es keine strukturell funktionierende Absicherung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in Deutschland, während anderswo die Rechte von Urheberinnen oder Urhebern per Gesetzesänderung beschnitten werden sollen.

Anlässlich des Welttags des Buches und Urheberrechts mahnt der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di erneut dazu, die Urheberinnen und Urheber des Kulturguts Buch in ihren Rechten und Lebenssituationen zu stärken.
„Bücher sind ein integraler Bestandteil der gesellschaftlichen Meinungsbildung und des gesamtgesellschaftlichen Wandels. Das merken wir in diesen Zeiten besonders, in denen Buchhandlungen nur eingeschränkt öffnen dürfen und die Lesungen und Literaturfestivals nur noch digital stattfinden können“, so Lena Falkenhagen, Bundesvorsitzende des VS.

„Im ersten Pandemiejahr habe ich prognostiziert, dass die Schäden der Corona-Krise die Buchbranche noch mindestens in die nächsten beiden Jahre beeinflussen werden. Diese Vorhersage ist eingetroffen. Viele Urheberinnen oder Urheber geben auf und ziehen sich aus dem selbständigen Schaffen von Literatur zurück“, so Falkenhagen. Die wirtschaftliche Situation von Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Kulturland Deutschland sei weiterhin oft prekär.

Doch die Coronakrise mache nur sichtbar, was sich seit Jahrzehnten entwickelt: die Rechte von Urheberinnen und Urhebern würden immer weiter beschnitten. Bevor mit den Regelungen zum neuen Urheberrecht, z.B. im Text & Data Mining oder im e-Lending, an Bibliotheken neue Schranken zum Schaden von Schriftstellerinnen/Schriftstellern und Übersetzerinnen/Übersetzern geschaffen würden, müsse sichergestellt sein, dass sie für ihre Arbeit auch wirklich angemessen vergütet werden. „Wir brauchen jetzt eine Verbesserung des Urhebervertragsrechts, etwa um die Möglichkeit einer Verbandsklage ohne Offenlegung der Identität von Betroffenen zu erhalten“, so Falkenhagen. „Die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie in deutsches Recht bietet hier Anlass und Möglichkeiten.“

Um den Autorinnen, Autoren und Übersetzerinnen, Übersetzern ein Gesicht zu geben und auf ihre Situation hinzuweisen, beteiligt esich der VS an der vom European Writer’s Council initiierten Aktion #behindeverybook, die am 23. April 2021 in allen sozialen Medien stattfand (http://europeanwriterscouncil.eu/behindeverybook).

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