Welttag: Die Rechte von Autor*innen stärken

Das European Wrighters` Council initiierte die Aktion, der VS unterstützt sie. Screenshot: http://europeanwriterscouncil.eu

Anlässlich des Welttags des Buchs und Urheberrechts am 23. April mahnt der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di an, die Urheberinnen und Urheber des Kulturguts Buch in ihren Rechten und Lebenssituationen zu stärken. Schriftstellerinnen und Schriftsteller müssten einen sicheren Platz in unserer Gesellschaft haben. Das zeige die Coronakrise deutlich.

Bücher sind nicht nur Unterhaltung, sie vermitteln Erfahrungen, ordnen ein und fördern die demokratische Grundhaltung und die gesellschaftliche Meinungsbildung zu einem hohen Anteil mit. In Zeiten, in denen Buchhandlungen geschlossen waren und wo keine Lesungen und Literaturfestivals stattfinden können, werde das schmerzhaft deutlich. Viele Kultusministerien riefen deshalb Künstlerinnen und Künstler dazu auf, kulturelle Angebote in die Wohnzimmer der Menschen zu streamen. Das sei allerdings kein Konzept für die Buchkultur. Dazu die Bundesvorsitzende des VS, Lena Falkenhagen: »Was als humanitäres Angebot kurzfristig vertretbar erscheinen mag, macht zugleich deutlich, dass „Kultur für umsonst“ auch für die öffentliche Hand eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Kulturelle Angebote müssen im Internet ebenso vergütet werden wie im nicht-digitalen Raum.«
Falkenhagen schätzt ein, dass die Auswirkungen der Corona-Krise die Buchbranche noch in den nächsten beiden Jahren treffen werden. »Die Krise wirkt sich jetzt mit Lesungsabsagen und verschobenem Programm aus. Im Herbst treffen diese Titel auf ein bereits durchgeplantes Programm – ob Lesungen durchgeführt werden können, bleibt unklar. Und nächstes Jahr werden Vorschüsse auf Basis der reduzierten Verkaufszahlen von 2020 kalkuliert. Das trifft viele Urheberinnen und Urheber bis ins Mark.«
Corona habe gezeigt, wie fragil die wirtschaftliche Situation von Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Kulturland Deutschland ist. «Die Zahl der in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedrohten soloselbständigen Schriftstellerinnen und Schriftsteller steigt. Wir brauchen dringend einen Fahrplan, der die wirtschaftliche Lage von Autorinnen und Autoren stabilisiert. Das Urhebervertragsrecht muss insgesamt verbessert werden, etwa um die Möglichkeit einer Verbandsklage ohne Offenlegung der Identität von Betroffenen«, so Falkenhagen. Die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie in deutsches Recht biete dazu Möglichkeiten.

Diese Forderungen bekräftigt anlässlich des Welttages des Buches und des Urheberrechts auch ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. Für ver.di stehe der Schutz von Leben und Gesundheit über allem. Sobald sich aber eine Bewältigung der aktuellen Krise abzeichnet, müssten gesellschaftliche und politische Lehren gezogen werden. „In der aktuellen Situation wird besonders deutlich, dass nur die allerwenigsten Urheber und Urheberinnen sowie Interpreten und Interpretinnen in der Lage sind, Verträge auf Augenhöhe zu verhandeln, die sowohl ein auskömmliches Leben, als auch Rücklagen fürs Alter oder aber Krisenzeiten ermöglichen“, so Schmitz.

Um den Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzern ein Gesicht zu geben und auf ihre Situation hinzuweisen, beteiligt sich der VS an der vom European Writer’s Council initiierten Aktion #behindeverybook, die am 23. April 2020 in allen sozialen Medien stattfinden wird: http://europeanwriterscouncil.eu/behindeverybook

 

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