Rechtliche Lage von Autor*innen stärken!

Texte präsentieren sich in verschiedenen Medien. Hier auf der Frankfurter Buchmesse 2018.
Foto: Stephan Morgenstern

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) fordert, Autor*innen als Urheber des Kulturguts Buch in ihren Rechten und damit in ihrer Einkommenssituation langfristig zu stärken. In der aktuellen Situation der Corona-Pandemie habe sich noch deutlicher gezeigt, wie wenige professionelle Autor*innen wirtschaftlich in der Lage sind, Rücklagen fürs Alter zu bilden oder Notlagen zu überbrücken.

„Unsere Texte werden gelesen, gehört und verfilmt. Urheber*innen müssen an jedem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Werke partizipieren“, erklärt Lena Falkenhagen, Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di, in Zusammenhang mit einer Stellungnahme gegenüber dem Justizministerium. Das gelte auch für Umsätze, die mit der Verfügbarkeit von Werken auf Online-Diensten erzielt werden. „Hier haben sich ungesunde Strukturen etabliert; die Gesetzgeberin muss umsteuern. Es muss sich etwas ändern“, so Falkenhagen: „Wir verbitten uns dabei jeglichen Bereich von vergütungsfreien Nutzungen auf Inhalteplattformen im Sinne der DSM-RL.“ Solche Geschäftsmodelle seien immer werbefinanziert, jeder Klick und jeder Inhalteabruf vergrößerten den Profit. Der VS  fordere vielmehr einen fairen Anteil für die Urheber*innen, deren Werke die Verbraucher*innen auf die Plattformen locken.

Dringend notwendig sei die Verbesserung der vertraglichen Position der einzelnen Autor*innen. Verbände und Gewerkschaften von Urheber*innen müssten so gestärkt werden, dass sie die Branchenstandards über kollektive Verhandlungen wirksam mitgestalten können. Der VS schließt sich der Forderung der Initiative Urheberrecht nach einer wirksamen Verbandsklage an: „Der Gesetzgeber muss ermöglichen, dass Urheber*innenverbände Verlage und andere Verwerter wirksam zur Rechenschaft ziehen können, die die Rechte der Urheber*innen planmäßig unterlaufen. Verbände müssen sich schützend vor die eigenen Mitglieder stellen können und dürfen. Einzelne haben Angst davor, als schwierig zu gelten, und schrecken vor der Geltendmachung bestehender Rechte zurück“, so Falkenhagen.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Honorarumfrage unter Soloselbstständigen

Eine branchenübergreifende Honorarumfrage unter Soloselbstständigen soll für mehr Markttransparenz sorgen. „SO_LOS! Die Initiative für faire Honorare“ wurde zum Start am 13. Juli zunächst von 25 Berufsverbänden, Interessenvertretungen und Zusammenschlüssen von und für Soloselbstständige(n) getragen. Weitere sollen dazu kommen. Konzipiert und organisiert hat die Initiative das „Haus der Selbstständigen“ (HDS) mit Sitz in Leipzig. Zentraler Bestandteil ist eine Online-Umfrage, mit deren Hilfe Daten zu aktuell auf dem Markt zu erreichenden Honorarhöhen erhoben werden.
mehr »

Neue Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur in Bayern

Innerhalb der laufenden Organisationswahlen in ver.di wurde im Rahmen der Landesdelegierten-Konferenz der Kunstfachgruppen in Bayern am 9. Juli 2022 die Gründung des ordentlichen Gremiums der Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur beschossen.  Zugleich wurden die Vorstände der Landes-Fachgruppen KuK-Bayern gewählt. Der Landes-AG gehören Vertreter *innen der Fachgruppen Musik, Bildende und Darstellende Kunst sowie des VS an.
mehr »

Basishonorare: Wann, wenn nicht jetzt?

ver.di legt Diskussionsvorschlag mit Berechnungsmodell für selbstständige Künstler*innen vor: Kairos bezeichnet den günstigen Zeitpunkt für eine Entscheidung. Ihn nicht zu nutzen, kann fatal sein. Was in der griechischen Mythologie sogar als Gottheit personifiziert ist, betrifft nach ver.di-Auffassung gerade eher Profanes, aber ungemein Wichtiges: Die Festlegung von Basishonoraren für selbstständige Kreative. Ein gewerkschaftlicher Diskussionsvorschlag dazu wurde bereits vorgestellt. Nun gibt es die energische Einladung zur Partizipation.
mehr »

Ehrenamtlich gewuppt: Lesen fürs Klima

Mit der Klimabuchmesse wollen die Organisationen mehr Klimabewusstsein schaffen – beim Lesepublikum, aber auch innerhalb der Buch- und Medienbranche. Nach einem ersten digitalen Aufschlag zur abgesagten Leipziger Buchmesse 2021 fand die Klimabuchmesse nun vom 13. bis 15. Juni 2022 erstmals in Präsenz statt. „Wir wollen einen Raum für Geschichten geben, die Wege aus der Klimakrise hinaus aufzeigen“, sagt Messe-Kuratorin Gisela Wehrl. Neben Sachbüchern standen Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur auf dem Programm.
mehr »