Leipziger Buchmesse nur auf Sparflamme

Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde am 17. März immerhin in Präsenz verliehen. Foto: Tom Schulze

2023 soll die Leipziger Buchmesse unbedingt wieder als Publikumsveranstaltung stattfinden. So zumindest das Bekenntnis im Anschluss an ein Zukunftsgespräch mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die Organisatoren, Politik und Verlage entsprechend ermunterte. Die 2022er Messeausgabe Mitte März war dagegen kurz vor ultimao abgesagt worden. Preisverleihungen gab es trotzdem und auch der VS war zur Messe präsent, zumindest auf twich.

Auf große Verlagsgruppen wie Oetinger oder Penguin Random House kann die Leipziger Buchmesse offenbar nicht verzichten. Sie und andere große Verlage hätten sich wegen der unsicheren Pandemie-Lage gegen eine Teilnahme an der traditionsreichen Frühjahrsmesse entschieden. Ohne diese wichtigen Branchengrößen sei keine Qualität und inhaltliche Breite mehr zu gewährleisten, hieß es.

Damit zwang die Corona-Pandemie die Leipziger Buchmesse nun schon zum dritten Mal zu einer Absage. Für Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, „ein schwerer Schlag für die Branche“.

Es habe aber auch ausdrückliche Bekenntnisse zur Messe gegeben, etwa von der Kurt Wolff Stiftung, der Interessenvertretung unabhängiger Verlage. Lange festgehalten an dem Termin habe die Buchmesse, weil sich zuvor 75 Prozent der Stammaussteller für eine Teilnahme ausgesprochen hatten, so Direktor Oliver Zille.

Ausgewählte Preisverleihungen wie der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung am 16. März sowie der Preis der Leipziger Buchmesse am 17. März 2022 fanden statt und wurden gestreamt.

Ursprünglich hatte auch der VS in ver.di ein breiteres Veranstaltungsprogramm live und als Stream für die Leipziger Buchmesse geplant, musste dann aber ebenfalls ausschließlich ins Netz ausweichen. Am 18. März gingen zwischen 10 und 20 Uhr Diskussionsrunden und Gespräche über den Twich-Kanal des VS. „Mit den vier Veranstaltungen versuchen wir die Breite unserer Arbeit zu spiegeln: Von Arbeitsbedingungen über Coronaauswirkungen bis hin zu »Stimmen gegen Rechts« und den Writers4future“, hieß es vom Vorstand.
„Was hat »Neustart Kultur« gebracht? – Stipendien und mehr. Zwei Jahre Corona und was bleibt von der Kultur?“ war das erste Thema, zu dem Susanne Fischer, Vorsitzende des Deutschen Literaturfonds, und Autorin Monika Pfundmayer mit Sven j. Olsson, stellvertretender Vorsitzender des VS, debattierten.

Screenshot: twich.tv

Um 11:00 Uhr sprachen Olsson und Autor Leonhard Seidl über einen Mindestlohn für Schriftstellerinnen und Schriftsteller: „Wie kommen wir zu einer gerechten Bezahlung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller?“ Thema der dritten Debatte um Schlag 12, zu der Sven j. Olsson Interviewpartner Dominic Memmel von Scientists 4 Future Leipzig  begrüßen konnte, war „Übers Klima schreiben – Wissenschaft und Writers4future“. Die abendliche Veranstaltung begann mit einer Lesung. „Vom Untergang“ – Kontinuitäten von Framing und rechter Hetze“ durch Leonhard Seidl, der im Anschluss auch mit dem stellvertretender Vorsitzender des VS weiter debattierte.

 

 

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