Leipziger Buchmesse 2020 wegen Infektionsgefahr abgesagt

Schon 2019 mit Ausblick aufs Kommende. Nun muss man auf 2021 hoffen. Foto: Jens-Ulrich Koch

„Schweren Herzens und mit großem Bedauern“ teilte die Direktion heute mit, dass die Leipziger Buchmesse, die für den 12. bis zum 15. März geplant war, wegen der Corona-Virus-Infektionsgefahr nicht stattfinden wird. Gleiches gilt für die im Verbund stattfindende Manga-Comic-Con und das Lesefest „Leipzig liest“. Damit entfallen auch Veranstaltungen, die der Übersetzerverband und der VS in ver.di zum Programm beisteuern wollten.

Die Entscheidung habe die Leipziger Messe gemeinsam mit der Stadt Leipzig in enger Absprache getroffen. Sie sei einmalig in den letzten sieben Jahrzehnten Geschichte der Buchmesse Leipzig und werde von allen Beteiligten sehr bedauert. Doch das Gesundheitsamt Leipzig folgte der Aufforderung des Bundesgesundheits- und des Bundeswirtschaftsministeriums, wonach eine Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen bei Großveranstaltungen gewährleistet sein muss. Das sei angesichts von rund 2.500 Ausstellern und erwarteten rund 280.000 Besuchern nicht sicherzustellen. Deshalb habe man sich für die Absage entscheiden.

Ausfallen werden so auch die vom VS und dem VdÜ geplanten Veranstaltungen im Übersetzerzentrum, am gemeinsamen Messestand des Schriftstellerverbandes mit dem P.E.N.-Zentrum Deutschland und dem Deutschen Literaturfonds sowie beim Forum Autoren. So hatte der VS Podiumsdebatten und Gespräche zur Sozialen Absicherung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, zu Fairen Autorenverträgen und zum aktuellen Thema „Hate speech – und dann?“ organisiert. „Gibt es noch eine Arbeitswelt in der Literatur?“ sollte im Forum Literatur gefragt werden. Auch eine Abendveranstaltung „Slammen4Future“ und Beteiligung „Stimmen gegen Rechts“ standen von Gewerkschaftsseite im Messeprogramm.


Aktualisierung am 6. März:
Digitale Alternative nach Absage der Leipziger Buchmesse: MDR und ARD verlegen das geplante Bühnenprogramm von der Messe ins Netz und ins Radio. Unterstützt wird die ARD-weite „virtuelle Buchmesse“ vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von der Leipziger Buchmesse: MDR KULTUR lädt zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren, die ihre Neuerscheinungen nun nicht in Leipzig vorstellen können, ins Studio nach Halle ein.
Alle Gespräche sollen live im Netz, im Radio und bei Facebook übertragen werden.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Honorarumfrage unter Soloselbstständigen

Eine branchenübergreifende Honorarumfrage unter Soloselbstständigen soll für mehr Markttransparenz sorgen. „SO_LOS! Die Initiative für faire Honorare“ wurde zum Start am 13. Juli zunächst von 25 Berufsverbänden, Interessenvertretungen und Zusammenschlüssen von und für Soloselbstständige(n) getragen. Weitere sollen dazu kommen. Konzipiert und organisiert hat die Initiative das „Haus der Selbstständigen“ (HDS) mit Sitz in Leipzig. Zentraler Bestandteil ist eine Online-Umfrage, mit deren Hilfe Daten zu aktuell auf dem Markt zu erreichenden Honorarhöhen erhoben werden.
mehr »

Neue Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur in Bayern

Innerhalb der laufenden Organisationswahlen in ver.di wurde im Rahmen der Landesdelegierten-Konferenz der Kunstfachgruppen in Bayern am 9. Juli 2022 die Gründung des ordentlichen Gremiums der Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur beschossen.  Zugleich wurden die Vorstände der Landes-Fachgruppen KuK-Bayern gewählt. Der Landes-AG gehören Vertreter *innen der Fachgruppen Musik, Bildende und Darstellende Kunst sowie des VS an.
mehr »

Basishonorare: Wann, wenn nicht jetzt?

ver.di legt Diskussionsvorschlag mit Berechnungsmodell für selbstständige Künstler*innen vor: Kairos bezeichnet den günstigen Zeitpunkt für eine Entscheidung. Ihn nicht zu nutzen, kann fatal sein. Was in der griechischen Mythologie sogar als Gottheit personifiziert ist, betrifft nach ver.di-Auffassung gerade eher Profanes, aber ungemein Wichtiges: Die Festlegung von Basishonoraren für selbstständige Kreative. Ein gewerkschaftlicher Diskussionsvorschlag dazu wurde bereits vorgestellt. Nun gibt es die energische Einladung zur Partizipation.
mehr »

Ehrenamtlich gewuppt: Lesen fürs Klima

Mit der Klimabuchmesse wollen die Organisationen mehr Klimabewusstsein schaffen – beim Lesepublikum, aber auch innerhalb der Buch- und Medienbranche. Nach einem ersten digitalen Aufschlag zur abgesagten Leipziger Buchmesse 2021 fand die Klimabuchmesse nun vom 13. bis 15. Juni 2022 erstmals in Präsenz statt. „Wir wollen einen Raum für Geschichten geben, die Wege aus der Klimakrise hinaus aufzeigen“, sagt Messe-Kuratorin Gisela Wehrl. Neben Sachbüchern standen Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur auf dem Programm.
mehr »