Menschen sind keine Wellen

Medien tragen durch ihre Berichterstattung dazu bei, Meinungen zu formen und bewusst oder unbewusst gewisse Bilder zu erzeugen, zu verbreiten oder gar zu zementieren. Umso wichtiger ist der sensible Umgang mit Sprache in den Medien.

Was wird den meisten Menschen vom jüngsten G20 Gipfel in Hamburg in Erinnerung bleiben? Es werden vermutlich nicht die Inhalte des Gipfeltreffens sein. Die Bilder, die die Welt nicht vergessen wird, sind die der Krawalle im Schanzenviertel. Nicht der zivilisierte Protest der 10.000 friedlichen Globalisierungskritiker, sondern die kriminellen Aktionen der 1.000 Randalierer des Schwarzen Mobs beherrschten in den Tagen danach die Berichterstattung und vor allem die Bilder, die veröffentlicht wurden. Selbst Medien, die differenziert berichteten, bedienten sich der gleichen Bilder: vermummte Gestalten, brennende Autos, geplünderte Läden. Welche Wirkung diese medialen Bilder vom Juli 2017 langfristig auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber Systemkritikern, Linken und Demonstranten, oder auch gegenüber Polizisten haben werden, bleibt abzuwarten. Wirkungslos werden sie vermutlich nicht bleiben.

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