Tarifrunde TVL: Erste Streiks an Theatern

Theaterbeschäftigte in Braunschweig in Aktion. Foto: ver.di

„Kein Angebot, keine Wertschätzung! Jetzt raus zum Streik für unsere Forderungen!“, hatte es von der ver.di-Verhandlungskommission geheißen. Auch in der zweiten Verhandlung in der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder am 1. und 2. November 2021 blockierte die Arbeitgeberseite und legte kein Angebot vor. Nun folgen Antworten aus den Betrieben. Die Theaterbeschäftigten in Braunschweig, Karlsruhe und Oldenburg waren mit Warnstreiks dabei.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bleibt bei ihrer Blockadehaltung, hat kein Angebot gemacht und lehnt die gewerkschaftlichen Forderungen rundheraus ab: Nach dem Willen der Arbeitgeber soll es das alles nicht geben: angemessene Entgelterhöhung – nicht einmal die Preissteigerung soll ausgeglichen werden – , eine besondere Anerkennung für Beschäftigte im Gesundheitswesen, ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte, stufengleiche Höhergruppierungen. Stattdessen, so kritisiert ver.di, fordern die Arbeitgeber sogar Verschlechterungen: „Mit aller Macht will die TdL die Axt an den Arbeitsvorgang legen und Verschlechterungen bei der Eingruppierung durchsetzen. Sie will Zugeständnisse erzwingen, die ver.di nicht geben wird!“

Die erste Antwort gaben Beschäftigte am Theater Braunschweig mit einer machtvollen Warnstreikaktion am 9. November. Gefolgt von Kolleg*innen aus Oldenburg. Sie legten am 11. November von 0 bis 24 Uhr die Arbeit nieder, eine Vorstellung fiel dadurch aus.

Steikende in Karlsruhe Foto: ver.di

Sogar zwei Streiktage organisierten die Beschäftigten des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. 34 Teilnehmer verzeichnete am 15. November ein Warnstreik der Frühschicht, der Bühnentechnik, Ton und Werkstätten einschloss und dem sich auch drei Nichtmitglieder anschlossen.

Am 16. November streikten fast 60 Beschäftigte – auch Nichtorganisierte und das Abendpersonal. Die Vorstellung von „Carmen“ am Badischen Staatstheater fiel aus.

 

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