Stage: Kein Fortschritt in der Tarifrunde

Noch vor Corona: Beschäftigte aus den beiden Stuttgarter Stage-Häusern unterstützten 2018 die damaligen Tarifverhandlungen.
Foto: ver.di

Die Tarifverhandlungen mit der Stage-Entertainment ziehen sich derzeit wie Gummi, informiert ver.di. Es gab auch in der dritten Verhandlungsrunde am 23. August 2021 keine Bewegung. Die Erwartung der Tarifkommission, dass der Arbeitsgeber sein Angebot deutlich nachbessert, erfüllte sich nicht. Vielmehr erwartet die Stage-Geschäftsführung, dass die ver.di-Tarifkommission von ihren moderaten Forderungen zurücktritt und auf das „Angebot“ der Arbeitgeber einschwenkt.

Die Stage-Arbeitgeber wollen für einen neuen Tarifvertrag eine Laufzeit von drei Jahren (1. Juli 2021 – 30. Juni 2024) vereinbaren, eine Beschäftigungssicherung nur im ersten Jahr der Laufzeit garantieren und sehr geringe Entgeltsteigerungen nur unter Vorbedingungen vereinbaren. Diese sind: eine Nullrunde im ersten Jahr der Laufzeit, 300 Euro Corona-Prämie im zweiten Jahr der Laufzeit, lineare Steigerung der Entgelte um 1,5 Prozent im dritten Jahr der Laufzeit. Die Entgeltsteigerungen sollen aber nur wirksam werden, wenn am 1. März 2022 bzw. 1. Juli 2023 alle Theater ohne behördliche Kapazitätsbeschränkungen spielen können. Außerdem fordert die Arbeitgeberseite den Wegfall des Zustimmungsvorbehalts von ver.di bei Kündigungen im Rahmen von Theaterschließungen sowie eine absolute Friedenspflicht in den ersten beiden Jahren der Laufzeit, d.h. ver.di dürfte – egal aus welchem Grund – in diesem Zeitraum, die Stage-Beschäftigten nicht zum Streik aufrufen.

„In dieser schwierigen Situation der Pandemie darf die Beschäftigungssicherung nicht zur Disposition gestellt werden! Ein Angebot ohne ordentliche Beschäftigungssicherung kann keine Grundlage für Verhandlungen sein“ hält ver.di-Verhandlungsführer Frank Schreckenberg dagegen.

Er verweist auf die maßvollen ver.di-Forderungen: Zentrale Elemente eines neu zu vereinbarenden Tarifvertrages sollen aus ver.di-Sicht die Beschäftigungssicherung und der Ausgliederungsschutz sein. Darüber hinaus sollen durch eine „Corona-Sonderzahlung“ in Höhe von 500 Euro netto noch 2021und in Höhe von 1.000 Euro netto im Jahr 2022 die Verluste durch Kurzarbeit und höherer Inflation ausgeglichen werden.

„Jede und Jeder ist jetzt gefordert“, erklärt ver.di und fordert die Beschäftigten in den Musicalhäusern auf, Mitglied zu werden und die Bemühungen der ver.di-Konzerntarifkommission zu unterstützen.

Die Tarifverhandlungen werden am 29. September 2021 fortgesetzt.

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