Protest-Imbiss für mehr Wertschätzung

Mittagspause mit Forderungen: Theaterbetriebszulage für alle Konzerthausbeschäftigten, hieß es am 28. September 2021. Foto: ver.di

ver.di kam mit dem StreetFoodTruck, rief zu einer besonderen Mittagspause und viele Beschäftigte des Konzerthauses Berlin folgten: Es ging ihnen nicht nur um Burger und Kaffee, sondern um die Theaterbetriebszulage, auf die die meisten von ihnen seit Jahren verzichten müssen – als einzige Beschäftigte eines landeseigenen hauptstädtischen Kulturtempels. ver.di fordert deshalb Tarifverhandlungen, bisher steht eine Antwort aus dem Senat aus.

„Alle technischen Beschäftigten, die in den letzten 15 Jahren am Konzerthaus neu eingestellt wurden, gehen bei der Theaterbetriebszulage leer aus, obwohl auch sie mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und an Sonn- und Feiertagen tätig sind“, weiß ver.di-Sekretär Hikmat El-Hammouri. Und: „Das macht im Monat etliche Hundert Euro Unterschied auf dem Konto.“ Kein Zeichen von Wertschätzung, wie sie angesichts pandemiebedingten zusätzlichen Engagements und zum 200. Jubiläum des traditionsreichen Hauses eigentlich angebracht wäre.

Während an allen anderen Staatlichen Bühnen des Landes Berlin und an der Philharmonie die TBZ gezahlt wird, gilt das nur am Konzerthaus nicht generell. Hier bekommen nur noch wenige Kolleg*innen mit Bestandsschutz die Zulage, etwa 30 später Eingestellte dagegen nicht. Um diese Ungleichbehandlung zu beseitigen, hat ver.di die Kultur- und Finanzsenatoren Ende August zu Tarifverhandlungen aufgefordert, bislang aus der Landesregierung aber keine Antwort erhalten.

Foto: ver.di

Das soll sich ändern. Am 28. September bekräftigten die Gewerkschaft und die Konzerthaus-Beschäftigten ihre Forderung während der mittäglichen Aktion auf dem Gendarmenmarkt, die sich in die bereits gestartete Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst des Landes Berlin einordnet. „Wer viel arbeitet, soll auch gut essen“, stand auf der ver.di-Einladung. Mehr als 60 Beschäftigte trafen sich am Imbiss-Truck neben dem Französischen Dom. Getränke, Nachos, Fleisch- und Veggi-Burger gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

„Das war ein gelungener Auftakt“, meint Hikmat El-Hammouri, „zumal sich auch Musiker*innen des Konzerthausorchesters mit der Forderung solidarisch zeigten und mit den technischen Mitarbeiter*innen vor das Haus gekommen sind.“

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