Berliner Ensemble wieder mit Tarif

Auch in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes 2019 waren BE-Beschäftigte mit ihrer Forderung nach Tarifbindung dabei.
Foto: Hikmat El-Hammouri

Nach mehr als 27 Jahren wird im Berliner Ensemble die Tariflosigkeit beendet. Im November entschieden die ver.di-Mitglieder sich bei einer Befragung mit 85,1 Prozent für die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Danach wird mit Start des Tarifvertrages ab 2020 stufenweise die Entgelttabelle des Tarifvertrages der Länder eingeführt.

Rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres werden zudem als Arbeitgeberzusicherung die Entgelte um mindestens 100 Euro pro Monat erhöht. „Angesichts der Beschlüsse der Berliner Regierungsparteien und des Abgeordnetenhauses zur Tariftreue von Zuwendungsempfängern wird ein Tarifvertrag auch höchste Zeit“, sagt ver.di-Fachsekretär Hikmat El-Hammouri. „Denn die ehemalige Wirkungsstätte von Helene Weigel und Bertolt Brecht wird maßgeblich durch Zuwendungen des Berliner Senates finanziert.“

Seit Ende 2018 verhandelten ver.di und die neue Geschäftsführung um eine Einführung einer tariflichen Regelung auf Basis des TV-L und der Regelungen der Berliner Theaterbetriebszulage.

Diese wird nun mit Start des Tarifvertrages stufenweise eingeführt und nach mehreren Schritten ab Januar 2022 in voller Höhe ausgezahlt. Im BE werden damit zum ersten Mal Erfahrungsstufen angewandt und die Möglichkeit, bei nicht ausreichender Qualifikation über eine hauseigene Prüfung eine höhere Eingruppierung zu erreichen.  „Endlich“, so El-Hammouri „gilt nach über zwei Jahrzehnten ein transparentes Eingruppierungsrecht im Haus nach den Regeln des Flächentarifvertrages TV-L.“

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Honorarumfrage unter Soloselbstständigen

Eine branchenübergreifende Honorarumfrage unter Soloselbstständigen soll für mehr Markttransparenz sorgen. „SO_LOS! Die Initiative für faire Honorare“ wurde zum Start am 13. Juli zunächst von 25 Berufsverbänden, Interessenvertretungen und Zusammenschlüssen von und für Soloselbstständige(n) getragen. Weitere sollen dazu kommen. Konzipiert und organisiert hat die Initiative das „Haus der Selbstständigen“ (HDS) mit Sitz in Leipzig. Zentraler Bestandteil ist eine Online-Umfrage, mit deren Hilfe Daten zu aktuell auf dem Markt zu erreichenden Honorarhöhen erhoben werden.
mehr »

Neue Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur in Bayern

Innerhalb der laufenden Organisationswahlen in ver.di wurde im Rahmen der Landesdelegierten-Konferenz der Kunstfachgruppen in Bayern am 9. Juli 2022 die Gründung des ordentlichen Gremiums der Landes-Arbeitsgruppe Kunst und Kultur beschossen.  Zugleich wurden die Vorstände der Landes-Fachgruppen KuK-Bayern gewählt. Der Landes-AG gehören Vertreter *innen der Fachgruppen Musik, Bildende und Darstellende Kunst sowie des VS an.
mehr »

Basishonorare: Wann, wenn nicht jetzt?

ver.di legt Diskussionsvorschlag mit Berechnungsmodell für selbstständige Künstler*innen vor: Kairos bezeichnet den günstigen Zeitpunkt für eine Entscheidung. Ihn nicht zu nutzen, kann fatal sein. Was in der griechischen Mythologie sogar als Gottheit personifiziert ist, betrifft nach ver.di-Auffassung gerade eher Profanes, aber ungemein Wichtiges: Die Festlegung von Basishonoraren für selbstständige Kreative. Ein gewerkschaftlicher Diskussionsvorschlag dazu wurde bereits vorgestellt. Nun gibt es die energische Einladung zur Partizipation.
mehr »

Aus kreativen Laboren akuter Transformation

Es begann quasi zoologisch und endete fröhlich. Die Verleihung des Tabori-Preises, der höchsten Auszeichnung im Bereich der Freien Darstellenden Künste, fand am 25. Mai 2022 im HAU Hebbel am Ufer in Berlin statt. Aber auch im Live-Stream konnte mitverfolgt werden, wie Protagonisten von „Meine Damen und Herren“ über den Preis jubelten, die Regisseurin Simone Dede Ayivi und die Company „Overhead Project“ geehrt wurden sowie Nicoleta Esinencu und das Theaterkollektiv „teatru-spălătorie“ die neue Tabori Auszeichnung international erhielten.
mehr »