Alles digital: Theater und Bühnen im Wandel

Aufbruch ins Digitale: Sonnenaufgang in Brannenburg
Foto: M. Staut

Einige der Herausforderungen, welche die Digitalisierung und deren vielfältigen Konsequenzen der aktuellen und zukünftigen Arbeitswelt stellen, waren Schwerpunktthemen des diesjährigen 5-tägigen Bundesseminars für Betriebs- und Personalräte an Theatern und Bühnen. 35 Häuser waren vertreten, als sich die Teilnehmer vom 26. bis 31. Mai 2019 erneut in der ver.di-Bildungsstätte Brannenburg trafen.

Der Referent, Fachanwalt für Arbeitsrecht Michael Felser, stellte zunächst die 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung in ihren Grundzügen vor. Auf den Beschäftigten-Datenschutz legte er besonders Augenmerk.

Herausgearbeitet wurde der spezielle Aspekt, dass die Umsetzungsmöglichkeiten, welche das Betriebsverfassungsgesetz bietet, sowie die weite Differenzierung durch verschiedene LandesPersonalvertretungsgesetze ( LPersVG ) keine klare Handlungsanweisung bieten. Vielmehr sind in jedem Bundesland, auf das jeweilige LPersVG bezogen, zum Teil ganz unterschiedliche Vorgaben einzuhalten.

Zusammen mit dem erfahrenen Juristen Michael Felser wurden dennoch Strategien entwickelt, die es Betriebs- und Personalräten ermöglichen, in ihrer täglichen Praxis den neuen Herausforderungen des Datenschutzes kompetent nachzukommen.

Datenschutz im PR- und BR-Büro

Eine detaillierte Analyse der bestehenden Handlungsregelungen und -Möglichkeiten wird, wie wir herausarbeiten konnten, auch wesentliche Veränderungen bei der elementaren Arbeit in den Personalrats- und Betriebsratsgremien selbst mit sich bringen.

In weiteren Beiträgen wurde deutlich, dass Veränderungen, meist Verbesserungen für die Arbeitnehmer, fast nur noch auf EU-Ebene konzipiert und erlassen werden. Der Blick nach Brüssel ist also von Bedeutung, da dort Direktiven, Richtlinien, Empfehlungen, nicht nur angekündigt, sondern auch deren Entwicklung immer transparent dargestellt werden.

Es wird Aufgabe der Bundesfachgruppe bleiben, solche Entwicklungen zu beobachten und fortlaufend zu vermitteln. Auch in künftigen Seminaren wird Datenschutz ein Thema sein, um vorausschauend Wissen zu vermitteln.

Neue theatertechnische Berufsbilder

Der spezielle Blick nach Europa war bei einem weiteren Seminarschwerpunkt nötig: Es ging um die Entwicklung neuer Berufsbilder und die Spezifizierung bestehender Berufsbilder in theatertechnischen Berufen.

Hier hatte die Bundesfachgruppe bereits beim vorjährigen Bundesseminar den Kontakt zum Geschäftsführer der Deutschen Theater Technischen Gesellschaft (DTHG) Hubert Eckart aufgenommen. Damals begann mit ihm der Erfahrungsaustausch zu Projekten auf EU-Ebene mit der Frage, welche die Bühnenberufe zu einer europäischen Zertifizierung bringen werden. Dabei wurden auch neu entwickelte E-Learning-Quellen vorgestellt. Wir waren uns einig, dass sowohl ein spürbarer Fachkräftemangel als auch „lebenslanges Erlernen von Kompetenzen“ in den Theatern und Bühnen an die Personal- und Betriebsräte neue Anforderungen stellt.

Dieses Jahr war Sacha Ritter, der Geschäftsführer der Interessen Gemeinschaft der Veranstaltungswirtschaft (IGVW), nach Brannenburg angereist, um den aktuellen Stand bei der Entwicklung der „speziellen Qualifikationsstandards“ für verschiedene Bühnenberufe vorzustellen.

Wir befinden uns bekanntlich momentan mitten in der Beschreibung und Spezifizierung aller bestehenden Bühnentechnischen Berufe sowie in einer Konzeptionsphase von neuen, höher qualifizierten bühnentechnischen Berufen. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen dem Experten Sascha Ritter, der an den Ausarbeitungen direkt beteiligt ist, und unseren Teilnehmern bildete einen weiteren Höhepunkt in der Seminarreihe.

Die 45 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, von über 35 Theatern und Bühnen entsandt, arbeiteten auch bei diesem Bundesseminar extrem diszipliniert mit, knüpften Netzwerke und legten so Grundlagen für ein weiteres zielstrebiges, gemeinsames  Arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

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