„Universum – Mensch“ leider nur digital

"Universum" von Ayman Djabiry, Modelliermasse, Sand und Acrylfarbe, 2020

Vom 9. bis zum 25. April 2021 wollte die VBK im Münchner Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten eine Ausstellung zum Thema „Universum – Mensch“ zeigen, zu der bereits viele Mitglieder Werke aus verschiedenen Genres angemeldet hatten. Leider machte die Corona-Pandemie die Planung zunichte. Statt live im Kunstpavillon ist die Ausstellung jetzt im Internet zu sehen. Ein nur schwacher Ersatz für direkte Begegnungen mit den 51 Exponaten.

Ausgerechnet kurz vor Beginn der Ausstellung stieg 7-Tage-Inzidenzwert für Neuansteckungen drei Tage lang über den kritischen Grenzwert 100, ab dem Museen und andere kulturellen Ausstellungsräume komplett schließen müssen. Schon bald nach Ostern war klar, dass die dritte Corona-Welle endgültig in München angekommen ist. Die Präsenz-Ausstellung konnte daher leider nicht stattfinden. Eine Präsentation im Internet kann die persönliche Konfrontation mit einem Kunstwerk nicht ersetzen.

Ausstellungsplakat, gestaltet von Günter Wangerin

Den Leitfaden für die Werke der Ausstellung bildet folgender Ausschreibungs-Text:

„In dem uns bekannten Universum ist der Mensch das erstaunlichste Wunder. Die Menschen haben gelernt, Werkzeuge und Kunstwerke zu erschaffen sowie Zivilisationen aufzubauen. Im Laufe der Jahrtausende hat die Menschheit große Denkerinnen und Denker sowie einfache Leute hervorgebracht, die alle ihren Beitrag zur Entwicklung der Spezies geleistet haben. Neue Techniken und wissenschaftliche Methoden wurden entwickelt, Theorien aufgestellt und wieder verworfen. Und fundamentale Fragen wie ‘Warum gibt es uns?’ ‘Was bringt die Zukunft?’ können wohl nie zufriedenstellend beantwortet werden.

„Warten… Mutter mit zwei Kindern“ heißt diese Marmorskulptur von Manuela Clarin (2019).

Der Fortschritt der gesamten Menschheit hat sich aber oft gegen viele einzelne gerichtet, die daran nicht teilhaben durften. Lediglich als Utopie galt die Vorstellung, dass die Wirtschaft dafür da sei, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Stattdessen sind Bedürfnisse bisher nur dann bedeutsam, wenn die zugehörigen Menschen auch zahlungskräftig sind. Und die Dynamik der Wirtschaft hat dazu geführt, dass sich die Schere zwischen arm und reich immer wieder und immer weiter geöffnet hat. In unserer globalisierten Welt ist dies zu einem weltweiten Phänomen geworden.

Durch die Corona-Pandemie ist die hinter dieser Entwicklung stehende neoliberale Ideologie brüchig geworden. Auf einmal hat nicht mehr das Wohlergehen der Wirtschaftsunternehmen und der Reichen höchste Priorität, sondern das Leben aller Menschen. Wird diese Verschiebung der Prioritäten Bestand haben, wenn die Pandemie abgeklungen ist? Werden allen Menschen ihre Menschenrechte und vor allem das Recht auf ein gutes, würdevolles Leben zugestanden? Und wie steht es um andere Menschheitsfragen? Kann verhindert werden, dass unsere Erde durch die Klima-Erwärmung unbewohnbar wird? Dürfen sich Menschen nicht nur innerhalb ihres Nationalstaates, sondern weltweit ihren Wohnort aussuchen? Und wird es der Menschheit gelingen, dauerhaft Konflikte ohne Waffengewalt auszutragen und zu lösen?

Renée Rauchalles malte diesen „Aufbruch“ bereits in den 1990er Jahren in Öl auf Hartfaser (Ausschnitt)

In der Ausstellung zeigen Exponate die kreative Auseinandersetzung von Mitgliedern der VBK mit diesen und weiteren Menschheitsfragen.“

Der direkte Link zu allen 51 Werken der Ausstellung: https://vbkbayern.wordpress.com/2021/04/22/vbk-themenausstellung-universum-mensch-online/

 

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