Jurieren ist anregend und spannend

Blätter aus dem ver.di-Kunstkalender 2019
Foto: Martha Richards

Gut, es ist kein Muss, aber im Grunde kommt keine Künstlerin und kein Künstler lebenslang um eine Jury herum. Irgendwann stellt man Arbeiten vor und lässt sie begutachten, sei es ein Kunstpreis lockt oder man möchte in eine Ausstellung oder beteiligt sich an einem Wettbewerb. Hier ging es um die Beteiligung am nächsten ver.di-Kunstkalender.

Immer ist dieses Bewerbungsritual mit Hoffnungen, Fragen und Spannung verbunden, und am Ende gibt es nur zwei Emotionen, Enttäuschung oder Freude. Und wenn es nicht so gelaufen ist, wie man es sich gewünscht hat, dann stellt man sich vor, dass man es doch auch selbst hätte macht können – Jurieren. Dass man gute Kunst sofort erkennen, und dass die Kunstgeschichte dann vielleicht ganz anders aussehen würde.

Bei der Ausschreibung zum Kunstkalender der Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di, es war bereits die zehnte für 2020, stellen Künstlerinnen und Künstler fünf Siebtel der Jury, sie bestimmen also die Entscheidungen wesentlich mit, und man stellt fest, es ist gar nicht so einfach.

Um ein Monatsblatt in dem neuen Kalender für das kommende Jahr hatten sich 56 Kolleginnen und Kollegen mit jeweils bis zu drei Abbildungen ihrer Werke beworben. Alle Bilder wurden der Jury im Vorfeld zugeschickt, so dass sie schon zu Hause in Ruhe angesehen werden konnten. Dann kam man zusammen und diskutierte über jedes einzelne Blatt und jede vorgestellte Abbildung. In mehreren Abstimmungen war es am Ende möglich, zwölf Arbeiten für den neuen Kalender zu benennen.

Fazit der Jury: Die Arbeiten der Mitglieder der Fachgruppe Bildende Kunst belegen eine lebhafte Widerspiegelung der aktuellen Kunstszene. Aufregende künstlerische Lösungen wurden vorgestellt und von der Jury ausgewählt, es wird Spaß machen und interessieren, den  Kunstkalender 2020 zu präsentieren. Die nächste Ausschreibung für den Kunstkalender 2021 ist schon in Arbeit. Fazit Nummer zwei: Jurieren ist anregend und spannend, macht aber doch Arbeit.

 

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