Helma Nehrlich

Kein Rauswurf aus der KSK wegen Honorareinbußen

Damit in der Künstlersozialkasse (KSK) versicherten Künstler*innen und Publizist*innen wegen fehlenden Einkommens in der Corona-Pandemie ihr Versicherungsschutz nicht verlorengeht, wurde die jährliche Mindesteinkommensgrenze mit dem Sozialschutzpaket III ausgesetzt. Auch die parallele Ausübung einer nicht künstlerischen oder publizistischen Beschäftigung schließe die Versicherungspflicht nicht grundsätzlich aus.
mehr »

Nicht vor Angst zittern…

„Nach der großen Zerstörung“ stand auf einem der Gedichtplakate. So hieß auch die besondere Aktion zum 10. Jahrestag der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Johann Voss gestaltete sie am 11. März 2020 vor dem Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben nahe Helmstedt. „Gewiss, es sind nicht Gedichte, die die Welt verändern. Aber um wieviel ärmer, trost- und zornloser lebten wir, gäbe es keine Gedichte und keine Lieder...“, schrieb der Autor in seiner Ankündigung.
mehr »

Endlich kommen Novemberhilfen, doch eben nicht für jeden

Endlich: Seit 12. Januar, so informiert die Bundesregierung, seien die technischen Voraussetzungen für die reguläre Auszahlung der „außerordentlichen Wirtschaftshilfe“ für den Monat November geschaffen. Die Länder starten mit der Überweisung der seit 25. November beantragten Gelder. Soloselbstständige konnten bis zu 5000 Euro Hilfen direkt beantragen. Doch bislang wurden bestenfalls Abschläge ausgezahlt. Was das für sie bedeutet und warum viele ganz durch Raster fielen, beleuchtet ein Projekt von Selbstständigen bei ver.di Niedersachsen-Bremen.
mehr »

Schluss mit lustig? Cartoonlobby sucht Museumsräume

Die Ausstellung "Friede, Freude … Eierkuchen? - Karikaturen zum Kalten Krieg & fragilen Frieden von 1945 bis heute" im Cartoonmuseum Luckau läuft noch bis 1. November. Es droht die vorerst letzte Schau der "Cartoonlobby" zu werden. Der bundesweite Verband von Zeichnerinnen und Zeichnern kämpft um den Erhalt seines Museums, sucht deshalb neue Räume in der Hauptstadtregion und wirbt um Unterstützung für die "Stiftung Museen für Humor und Satire".
mehr »

Die Warnung gilt: Wir haben Wölfe gehört

Dieses Ölgemälde – allerdings in Schwarz-Weiß abgedruckt – ist neben Autorenfotos und wenigen Dokumenten das einzige Bild, das die Texte einer umfangreichen Anthologie illustriert. „Flaschen mit Hiltlergruß“ heißt es, gemalt hat es Arie Goral, ein vielseitiger Kreativer, der mit Farben genauso umzugehen verstand wie mit Worten. Das Gemälde steht auf Seite 156 und damit fast in der Mitte des Lesebuchs, das der VS Hamburg „Wir haben Wölfe gehört“ genannt hat. Bin ich schuld am Rechtradikalismus? fragt die Unterzeile.
mehr »

Pro Quote: Schieflage auf und hinter der Bühne

Viel weibliche Kompetenz und wenige Männer trafen sich am 28. Januar in Berlin zum Quotenkongress 2020 #ShareYourPower, den die drei Pro-Quote-Initiativen für Geschlechtergerechtigkeit in der Medien- und Kulturbranche veranstalteten. Ohne Quote kein Kulturwandel, hieß es. Aktuelle Zahlen aus Medien, Filmbranche und Theatern belegen, dass bis zu einer hälftigen Beteiligung von Frauen noch viel zu tun bleibt.
mehr »

Alles, nur keine Definitionen

„All over heimat“. Alles über Heimat? Die Heimat ist überall? Alle (reden) über Heimat? Dass der Titel – obwohl prägnant – einigermaßen vieldeutig ist, gehört sicher zum Programm. Unterschiedliche Sichten auf das wieder gern benannte Phänomen Heimat waren gesucht und sehr verschiedene Interpretationen wurden gefunden. Eine „wohl weltweit einmalige Sammlung“ liegt jetzt auf 448 Seiten vor. Lyrik und Prosa von 150 Autor*innen aus mehr als 20 Ländern, herausgegeben bei Stories & Friends von Matthias Engels, Thomas Kade und Thorsten Trelenberg.
mehr »

Wenn die Säulen uni tragen…

...kommen sie ihrer eigentlichen Funktion nicht mehr nach. Genau so ist das gegenwärtig in Berlin. Die 2500 Litfaßsäulen in der Hauptstadt – Wiege dieser Reklameklassiker – sind jetzt einfarbig plakatiert: in Lindgrün, Gelb, Hellblau, Pink oder Weiß. Das kündet von ihrem Abgang. Denn schrittweise werden die reichlich drei Meter hohen und einen Meter breiten Säulen, die bislang die Werbefirma Wall bestückt hat, aus dem Berliner Stadtbild verschwinden.
mehr »

Mit am Narrativ der Gesellschaft schreiben

Eine komplette personelle Neuaufstellung im Vorstand, angeregte Debatten über ein Dutzend Anträge und geänderte Aufnahmekriterien in den Schriftsteller*innenverband sind Ergebnisse der 5. Bundesfachgruppenkonferenz Literatur, die am 16. Februar 2019 im Rahmen des viertägigen VS-Kongresses tagte. Mit einer „Aschaffenburger Antwort“ wandten sich die Teilnehmer*innen gegen Hass, Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung: „Für uns ist Demokratie nicht verhandelbar.“
mehr »

Längst noch kein Ende der Bescheidenheit

Mit der Gründung des Verbandes der Schriftsteller (VS) 1969 organisierten sich Einzelgänger*innen, um gemeinsame Interessen durchzusetzen. "Seit 50 Jahren stehen der VS und die Bundessparte der Übersetzer*innen für einen Zusammenschluss der Kreativen - die eben nicht 'allein' sind", heißt es im Glückwunsch von Gewerkschafts-Vize Frank Werneke an den Berufsverband unter dem Dach von ver.di. Der VS feierte vier Tage lang in Aschaffenburg: Mit Festakt und Rückblick, mit Lesungen und Delegiertenkonferenz, aber auch mit zukunftsweisender Debatte: Literatur unter Strom.
mehr »