Helma Nehrlich

Helma Nehrlich

Helma Nehrlich arbeitet als freie Journalistin in Berlin. Erreichbar per Mail unter nehrlich@pressebuero-transit.de

Alle Artikel von Helma Nehrlich

Deutungsmacht: Wem gehört Geschichte?

Im südfranzösischen Perpignan tobt ein Kulturkampf. Der neugewählte Bürgermeister, Louis Aliot vom rechtsgerichteten Rassemblement National (RN), will die „Entdiabolisierung“ des Ortes vorantreiben. Das dortige „Kulturzentrum Walter Benjamin“ solle ein Ort der Erinnerung für das jüdische Gedächtnis, an das Schicksal der Zigeuner und den spanischen Bürgerkrieg werden. – Schwer vorstellbar bei der tagtäglichen Stigmatisierung von Ausländern und Migranten durch den RN.
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Zeitzeugin der Schlacht an der Oder

„White Root“ heißt die Kunstinstallation von Volker-Johannes Trieb. Er nutzt eine geschossverwundete Eichenwurzel vom Schlachtfeld der Seelower Höhen in Brandenburg, von wo aus im April 1945 die Rote Armee die Schlacht um Berlin einleitete. Das Holz trägt Spuren der Kämpfe. Gegenwärtig steht es vor dem Gebäude, in dem die Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten.
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Als die Einigkeit der Einzelgänger Ziel war

Unauffällig zu sein, in der Menge unterzugehen, ist die Sache von Ursula Bräuning nicht. So war die «rote Uschi» auch 2019 als Ehrengast auf dem Jubiläumskongress des VS in Aschaffenburg sehr präsent. Wer diese zugewandte, kommunikationsfreudige alte Dame eigentlich ist, dürfte sich mancher gefragt haben. Das letzte leibhaftige Gedächtnis der Anfangsjahre des Schriftstellerverbandes, lautet die Antwort.
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Corona-Kurzarbeit nie ohne Mitbestimmung

Kurzarbeit kann helfen, in Krisensituationen Arbeitsplätze zu erhalten und Betriebe vor der Pleite zu bewahren. Im momentanen Corona-Shutdown wird nach diesem Instrument auch in Bereichen gerufen, die es bisher nicht kannten. Kurzarbeit ist in Kultureinrichtungen auch jetzt kein Muss, so die ver.di-Position. Doch wenn sie vereinbart wird, setzt eine Tarifvereinbarung mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden Maßstäbe.
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Eine Bank als Warnung

Zweifünfzig hoch und fast sechs Meter breit ist die stilisierte Sitzbank, die vor allem der Warnung dient: Zustände, dass Menschen oder Gruppen von ganz normalen bürgerlichen Rechten ausgenommen, diskriminiert oder verfolgt werden, sollen in diesem Land nie wieder zugelassen werden. Aktionskünstler Günter Wangerin erdachte die Installation im Kampf gegen das 2016 verabschiedete bayerische Integrationsgesetz. Am 3. Dezember 2019 stand das Riesen-Möbel vor dem Justizpalast in München. Aus gutem Grund.
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Ein komplett anderes Angebot

Sie geht mit ihren Arbeiten gern nach draußen. Ende September – einige Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen – präsentierte die Fotografin Iris Wolf ihre Ausstellung „Lost in Work“ auf dem Erfurter Anger. Prekär oder im Niedriglohnsektor Beschäftigte sind die Protagonisten. Eine Installation aus Bild, Ton und Text. Die Passanten waren zum Schauen, Hören und Debattieren eingeladen. „Ein gelungenes Experiment“, sagt die Künstlerin. Ein ähnliches Projekt hatte sie bereits 2018 in einer Dortmunder U-Bahn-Station vorgestellt.
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Was von der EU kommt, kann sich sehen lassen

Bei den ver.di-Mitgliedern im Bereich Theater und Bühnen hat sich in den vergangenen Jahren unter dem Einfluss von Audiovisuellem und Digitalisierung beruflich unheimlich viel getan. Verändert haben sich auch Formen der gewerkschaftlichen Arbeit, Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. "Hier geht nichts mehr nur national", ist Markus Staut, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der ver.di-Bundesfachgruppe Theater und Bühnen – Darstellende Kunst, überzeugt.
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Optimistisches Angebot: Kunst für Alle

Dieses Blatt sieht naiv gezeichnet aus? Und wenn. Es steht als Abschluss einer vierteiligen Bildergeschichte; der Zeichner und Karikaturist Jami (Jan Michaelis) berichtet dort eher frohgemut von einem Berlin-Besuch um das Jubiläum des Mauerfalls herum. Der komplette Zyklus wird ab 14. Oktober – zusammen mit anderen Exponaten –  in der Volkshochschule am Hauptbahnhof in Düsseldorf gezeigt. Als Teil der Ausstellung „Kunst für Alle“, mit der in ver.di organisierte Künstlerinnen und Künstler eine Werkschau verschiedener Genres liefern.
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Wie wir leben wollen – ver.di wählte neue Kulturbeauftragte

Die Delegierten des 5. ver.di-Bundeskongresses haben am Abend des 24. September Dr. Anja Bossen zur neuen Kunst- und Kulturbeauftragten von ver.di gewählt. Die Musikerin und Instrumentalpädagogin war von den Kunstfachgruppen der Gewerkschaft als Kandidatin für das Amt gewählt und dem Kongress vorgeschlagen worden. Dort wurde sie einhellig für die Funktion bestätigt.
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9 Millionen mehr für Berliner Musikschulen

„Keinen Ton für diesen Lohn!“, hieß es am 20. September auf dem Potsdamer Platz in Berlin. ver.di und die Partner im Aktionsbündnis hatten zur Musikschuldemo aufgerufen und trotz früher Stunde kamen viele angestellte Musikschullehrer*innen und Honorarkräfte um klarzumachen: Für die Musikschulen der Hauptstadt müssen reichlich neun Millionen Euro mehr in den Doppelhaushalt 2020/21!
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