ver.di: Kultur als Staatsziel in die Wahlprogramme aufnehmen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat alle demokratischen Bundestagsparteien aufgefordert, die Festschreibung der Kultur als Staatsziel in ihre aktuellen Wahlprogramme aufzunehmen und umzusetzen. Gleichzeitig unterstützt die Gewerkschaft, die über 20.000 Kunst- und Kulturschaffende organisiert, die Initiative „Kultur ins Grundgesetz“ und die gleichnamige Petition, heißt es in einer ver.di-Pressemitteilung.

„Kulturförderung muss eine Pflichtaufgabe des Bundes, der Länder und der Kommunen sein und die faire Bezahlung von Kulturschaffenden zur selbstverständlichen Voraussetzung für jede öffentliche Förderung werden,“ erklärte die Kunst- und Kulturbeauftragte von ver.di Dr. Anja Bossen.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die vielfältigen Kulturszenen in Deutschland um ihr Überleben kämpfen. Wenn die Unterstützung der Kultur eine freiwillige Leistung bleibt, droht uns nach der Pandemie ein Kahlschlag mit fatalen Folgen insbesondere in struktur- und finanzschwachen Kommunen“, so Bossen. Die Förderung der Kunst in ihrer gesamten Vielfalt dürfe „nicht von der wechselnden politischen Ausrichtung von Bund, Ländern und Kommunen abhängig sein“.

Die Petition „Kultur ins Grundgesetz“ sende ein Signal in die richtige Richtung. Man hoffe, dass sie in den nächsten Wochen noch sehr viel mehr Unterstützung aus den Reihen der Kulturschaffenden bekomme und darüber hinaus Solidarität erfahre.

Die Petition war von den Initiatorinnen aus der Kultur- und Kreativbranchen im Dezember 2020 gestartet worden, hat prominente Erstunterzeichner*innen und bislang knapp 29.000 Unterstützer*innen gefunden. 50.000 Unterschriften innerhalb der Zeichnungsfrist sind nötig, um an den Sitzungen des Petitionsausschusses teilzunehmen.

Informationen und der Link zur Mitzeichnung finden sich hier auf der Kampagnenwebseite.

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