ver.di fordert neues Hilfspaket für Solo-Selbstständige

Erfahrungen mit Soforthilfen für Künstlerinnen, Freiberufler und andere Soloselbstständige fielen in den vergangenen Wochen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich, aber insgesamt unbefriedigend aus. »Eine Einkommenshilfe für Solo-Selbstständige muss sich zukünftig viel passgenauer an ihrer Lebens- und Arbeitsrealität ausrichten«, fordert deshalb ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.

»Jetzt wird es Zeit, Pläne vorzulegen, wie die Corona-bedingten Einkommensverluste von Solo-Selbstständigen in Zukunft kompensiert werden sollen«, mahnt Schmitz die zuständigen Ministerien in Bund und Ländern. Die bisherige Corona-Soforthilfe läuft Ende Mai aus.
Insbesondere das Bundesprogramm sei am Bedarf der meisten Solo-Selbstständigen vorbeigegangen, da mit ihm nur laufende Betriebsausgaben gedeckt werden dürfen. Es sei ein passgenaues Hilfsprogramm für Solo-Selbstständige aufzusetzen, »das genau diese Besonderheit berücksichtigt und bei dem die Hilfen unbürokratisch, bedarfsgerecht und schnell fließen«, so Schmitz.

Ein aktueller Beitrag auf dem Online-Portal von «Menschen machen Medien» analysiert die Erfahrungen der letzten Wochen und zeigt an Beispielen, was schief gelaufen ist. Der Beitrag betrachtet etwa Missstände bei der vermeintlich vereinfachten Beantragung von ALG II und kommentiert die neue Corona-Künstlerhilfe in Bayern, wo formale Hürden aktuell daran hindern, dass sie überhaupt sinnvoll beantragt werden kann. Alles «an der Lebensrealität vorbei».

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