TV-L: Konzerthausbeschäftigte im Warnstreik

Warnstreik auf der Freitreppe des Konzerthauses Berlin. Foto: ver.di

Nachdem die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei den Ländern am 8. Oktober 2021 ohne Annäherung verlief, setzten die Tarifbeschäftigten des Konzerthauses Berlin am 28. Oktober dagegen ein Zeichen. ver.di hatte die etwa 40 Beschäftigten, für die der Tarifvertrag für die Landesbeschäftigten (TV-L) gilt, zum Warnstreik aufgerufen. Fast alle beteiligten sich. Neben den bundesweiten Tarifforderungen wollen die Konzerthausmitarbeiter*innen eine Theaterbetriebszulage für alle durchsetzen.

Der Probenbetrieb in der Frühschicht von 7 bis 15 Uhr wurde durch die Arbeitsniederlegung gestört. „Das Orchester zeigte aber Verständnis. Zwei Musiker kamen heraus zu den Streikenden und trompeteten ihnen zu“, berichtet ver.di-Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri.

Foto: ver.di

Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde u.a. die Erhöhung der Tabellenentgelte um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Der Unmut in der Belegschaft des Konzerthauses ist auch deshalb groß, weil der Senator für Finanzen in diesem Monat Verhandlungen zur Einführung einer Betriebszulage ablehnte. ver.di fordert diese betriebliche Zulage, wie sie an sämtlichen hauptstädtischen Landesbühnen und der Philharmonie Berlin geleistet wird, auch für das Konzerthaus als pauschalen Ausgleich für unregelmäßige Arbeitszeiten sowie Sonn- und Feiertagsarbeit. Gegen die Verweigerung auf Arbeitgeberseite hatten die betroffenen Konzerthausbeschäftigten bereits Ende September bei einer kämpferischen Mittagspause protestiert.

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