Hohe Ehrung für ein Wirken mit Charme und Nachdruck

Regine Möbius, wie man sie kennt: offen, kommunikativ und zupackend. Foto: Christian von Polentz

Regine Möbius, ehemalige Vize-Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, wurde am 6. März für ihr vielseitiges kulturpolitisches Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Aus dem ver.di-Bundesvorstand, von der neuen ver.di-Kulturbeauftragten, aus dem Vorstand des VS und von vielen Kolleg*innen kamen herzliche Glückwünsche.

Der Bundesvorstand des Verbandes der Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di würdigt Möbius‘ umfangreichen Aktivitäten als Autorin, Kulturpolitikerin und Literaturvermittlerin: „Liebe Regine, du hast die Schriftstellerinnen/Schriftsteller und die Kultur in Deutschland stets mit Charme und Nachdruck vertreten. Der neue Bundesvorstand des VS in ver.di spricht Dir großen Dank und ganz herzliche Glückwünsche zu dieser wohlverdienten Ehrung aus“, heißt es.

1994 wurde Regine Möbius VS-Landesvorsitzende in Sachsen. Im Bundesvorstand übernahm sie zahlreiche Aufgabengebiete: So die inhaltliche und organisatorische Präsenz auf den Buchmessen, die Leitung regionaler und überregionaler Literaturprojekte, die Vertretung des Verbands in der Deutschen Literaturkonferenz, eine Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste und den Kirchen sowie Arbeit im künstlerischen Beirat der Zeitschrift „Kunst & Kultur“. Von 2007 bis 2019 wirkte Regine Möbius darüber hinaus als erste ver.di-Kulturbeauftragte und gab dem neuen Amt ein eigenes Profil: „Ich hatte die Vorstellung, dass es überhaupt nichts nützt, wenn wir in ver.di Künstlerinnen und Künstler und Kulturarbeiter*innen haben – 20.000 an der Zahl – und intern über Kultur reden, doch das öffentlich nicht sichtbar ist. Ich wollte, dass ver.di gesehen wird als Gewerkschaft, in der Künstlerinnen und Künstler eine Stimme haben.“

Ab 2011 war Regine Möbius etliche Jahre zudem Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrats. Sie leitete sieben Mal das Festival „Leipziger Literarischer Herbst“. Seit 2014 ist sie Mitglied des Arbeitskreises gesellschaftliche Gruppen der Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, zu dessen Vorsitzender sie 2018 gewählt wurde. Auch „als Regine Möbius vor zwei Jahren 75 wurde, bedeutete dies keinen Rückzug ins Private“, schreibt der VS-Vorstand in seiner Würdigung: Seit 30 Jahren leite sie eine Schreibwerkstatt. In der Stiftung „Haus der Geschichte“ sei sie höchst aktiv. An der Veranstaltungsreihe „Buchmesse schmeckt“ arbeite sie weiter mit und sei dabei, ihr Buch „Wortmacht und Machtwort – der politische Loest“ zu erweitern.

Für ihr unermüdliches Engagement als Schriftstellerin, aber auch für ihr vielfältiges Wirken in die Gesellschaft hinein, erhielt Regine Möbius die wohlverdiente hohe Ehrung, die ihr und anderen Künstler*innen und Kulturschaffenden bei einer Feierstunde auf Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin verliehen wurde.


Regine Möbius, Jahrgang 1943, schloss zunächst ein Ingenieurstudium in Chemischer Verfahrenstechnik ab und arbeitete als Laborleiterin, bevor sie ein Hochschulfernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig absolvierte. Von 1990 bis 97 war sie als Korrespondentin am Börsenblatt für den deutschen Buchhandel tätig, leitete literarische Workshops und bis heute eine Schreibwerkstatt. 1993 wurde sie zur Leipziger Bezirksvorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) gewählt. Sie machte sich 1994 um die Gründung des Landesverbandes Sachsen des VS verdient, dem sie bis 2007 vorstand, außerdem war sie von 1997 bis 2019 stellvertretende Bundesvorsitzende des VS. 2011 wählte sie der Deutsche Kulturrat zur Vizepräsidentin, sie übte das Amt bis 2019 aus. Als Festivalleiterin organisierte sie bis 2017 den „Leipziger Literarischen Herbst“. Seit 2014 ist sie Mitglied des Arbeitskreises gesellschaftliche Gruppen bei der Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschenland“, zu dessen Vorsitzender sie 2018 gewählt wurde.
Sie veröffentlichte Essays, Prosa, Publizistik und Lyrik in Anthologien und Zeitschriften sowie eigene Bücher, die sich mit zeitgeschichtlichen Themen und der Persönlichkeit Erich Loest befassen. Das 2009 erschienene Buch „Wortmacht und Machtwort – der politische Loest“ überarbeitet und erweitert sie derzeit.

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