Protest gegen Streichungen und Änderungen beim WDR

Die Literaturkritikerin Isa Wilke hat eine Petition gegen die Programmkürzungen für Literatur im WDR gestartet. Mehr als 3000 Unterschriften sind bereits verzeichnet. „Wenn die tägliche Buchrezension im „WDR3 Mosaik“ wegfällt, bedeutet das: Es werden im Jahr um die 250 Bücher weniger besprochen. Viele Verlage würden mit ihren Büchern im „Kulturradio“ WDR3 gar nicht mehr vorkommen. Zudem wird ins nordrhein-westfälische Parlament gerade eine Novelle des WDR-Gesetzes eingebracht, mit der gewerkschaftliche Sitze im Rundfunkrat gestrichen werden sollen. Dagegen protestiert ver.di.

Zu den Programmkürzungen erklärt Wilke: Absehbar sei, dass nur noch die wenigen vermeintlich „wichtigen“ Buchtitel besprochen werden. Bücher also, die ohnehin im Gespräch sind. Erfüllt WDR3 so seinen Kulturauftrag? Will man so in der Zukunft als Kultursender bestehen?“, fragt die Kritikerin. In ihrer Petition wird betont: „Wir halten die Entscheidung, ausgerechnet die günstig zu produzierenden Literatursendungen zu reduzieren, für falsch.“

In einem Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow drückt Heinrich Bleicher – ehemaliger ver.di-Bereichsleiter Kunst und Kultur sowie Bundesgeschäftsführer des Schriftstellerverbandes (VS) – seine „Betroffenheit“ und sein „Unverständnis“ über die Streichungen im Kulturprogramm des WDR aus. Er fragt: „Wie kann man entgegen dem eigenen Verständnis und Auftrag an den Ästen sägen, die wesentlich zur Existenzberechtigung der Öffentlich-Rechtlichen beitragen?“

Zudem sieht der Gesetzentwurf zur Änderungen des WDR-Gesetzes sieht vor, dass im Rundfunkrat des WDR die Sitze des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW (VS) und der Fachgruppe Medien (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Betriebsverband NRW) gestrichen werden. ver.di NRW kritisiert die geplante Streichung

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