Kubanischen Künstlerinnen und Künstler frei arbeiten lassen!

Mit einem vom PEN initiierten Aufruf wenden sich internationale Künstlerinnen und Künstler an die kubanische Regierung. Die etwa 240 Unterzeichner*innen skizzieren in ihrem Appell ein düsteres Bild: Künstlerinnen und Künstler, die in Kuba gegen Missstände und Zensur protestieren, würden schikaniert, inhaftiert und an ihrer Arbeit gehindert. Deshalb wird in dem Aufruf die Regierung in Havanna aufgefordert, „das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, einschließlich der künstlerischen Freiheit, zu respektieren.“

Die Regierung sollte ihre Übergriffe gegen Künstler sofort einstellen und alle Anklagen gegen sie fallenlassen, heißt es in dem Text, der unter anderem von renommierten Schriftsteller*innen wie Paul Auster, Siri Hustvedt, Jonathan Franzen oder Isabel Allende unterzeichnet worden ist. Auch aus anderen Kontinenten kommt Solidarität: Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk unterstützt den Aufruf ebenso wie sein kurdischer Kollege Burhan Sönmez; auch Ma Thida aus Myanmar und Chimamanda Ngozi Adichie aus Nigeria sind dabei. Aus Deutschland stehen unter anderem neben den Namen der Autorin Julia Franck oder des Verlegers Christoph Links auch der der Vorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di (VS) Lena Falkenhagen unter dem Appell.

Zur Begründung ihres Einsatzes für die Kolleg*innen in Kuba führen die Initiatoren aus: „Kunst ermöglicht es, Wahrheiten über unsere Gesellschaft zu enthüllen und gegen Unmenschlichkeit Zeugnis abzulegen. Wegen der Macht der Kunst fürchten und verurteilen viele Regierungen, darunter auch die kubanische Regierung, Künstler.“ Die Regierung in Havanna habe Kulturschaffende „systematisch ins Visier genommen, darunter auch solche, die an regierungskritischen Protesten vom 11. Juli 2021 teilgenommen haben. Berichten zufolge wurden mehrere Dutzend von ihnen festgenommen und inhaftiert. Einige befinden sich nach wie vor in Haft und werden wegen falscher Anschuldigungen angeklagt. Andere stehen unter Hausarrest und werden laufend überwacht. Viele, die aus dem Land geflohen sind, dürfen nicht zurückkehren.“

Für die Unterzeichnenden gibt es – unabhängig von der politischen Haltung einer Regierung – „keine Rechtfertigung für die Verfolgung von Künstlern, die ihre Meinung friedlich zum Ausdruck bringen. Wir fordern die kubanische Führung auf, die grundlegende Rolle der Kunst und der Künstler in der Gesellschaft zu respektieren und die Verfolgung von Künstlern wegen ihrer politischen und sozialen Kritik unverzüglich einzustellen.“ Denn Künstler*innen ins Gefängnis zu werfen oder sie für immer aus dem Land zu verbannen sei als Reaktion auf ihre Kunst, ihre Worte und ihre Ideen nicht nur missbräuchlich, sondern auch unmenschlich. „Die Kunst sollte frei von Zensur und Unterdrückung sein, in Kuba und überall“, fassen die Unterzeichner*innen ihren Appell zusammen.

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