Kunst und Kultur solidarisch mit Fridays for Future-Bewegung

Fridays for Future-Aufruf in einem Berliner U-Bahnwagen.
Foto: Nehrlich

Die ver.di-Beauftragte für Kunst und Kultur ruft im Namen aller Kunstfachgruppen auf, sich an den Demonstrationen am 20. September 2019 zu beteiligen. “Wir können jetzt, mit einem noch in großen Teilen funktionierenden System im Rücken festhalten, wie wir anders leben wollen“, konstatiert ver.di-Bundesbeauftragte Regine Möbius, „absehbar ist, dass es so künftig nicht weitergehen darf“.

Die Handelnden der „Fridays-for-Future“-Bewegung artikulierten das beeindruckend deutlich.Weltweit streikten Kinder und Jugendliche seit Monaten jeden Freitag für eine lebenswerte Zukunft. Voraussetzungen dafür seien ein Umdenken und Umsteuern in Politik und Wirtschaft sowie harte Rahmengesetze.

Die Regierung zum Handeln treiben

Die Schülerinnen und Schüler setzten mit ihren Protesten die Politik unter Zugzwang. Am 20. September 2019 entscheidet die Bundesregierung über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik. „Wenn Künstlerinnen, Künstler und andere Kulturmenschen mit Friday for Future zusammenstehen, können wir die Regierung gemeinsam zum Handeln treiben“, so die Schriftstellerin Regine Möbius weiter.

Zuvor hatten sich bereits Kunstfachgruppen in ver.di-Landesbezirken mit der „Fridays-for-Future“-Bewegung solidarisiert und zur Teilnehme an den bundesweiten Streiks am 20. September aufgerufen. In einem Statement des Verbandes der Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di aus Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Wir müssen die Erde für unsere Enkel bewahren“ wird ausgeführt:

„Wenn Politiker von Maßnahmen gegen den Klimawandel reden, sprechen sie von Geld, statt von einem Umdenken, das den Menschen und alle Lebewesen vor den Profit stellt. Mit der Bekämpfung des CO2 Ausstoßes und der Forcierung des E-Autos öffnen sie eine neue Wunde in der Erde. Indigene Völker in Bolivien haben bereits kein Trinkwasser mehr, weil aus den Salzlagunen Lithium für die Akkus gewonnen wird. Den Flamingos wird quasi unter den Schnäbeln die Salzlagune in Chile für diesen Rohstoff weggebaggert. Indigenas wurden von ihrem Land umgesiedelt. Wofür? Für Akkus für Elektromotoren, für Selfies und Computerspiele, für eine Kommunikationstechnik, die durchaus nützlich ist, aber bereits vielfach missbraucht wird. Vor allem genießen Menschen in den Industrienationen diesen – aus unserer Sicht mitunter fragwürdigen technischen Fortschritt – während weite Teile der Menschheit abgehängt werden.

Damit die Erde nicht zur hohlen Kugel wird

Von den Konzernen muss gefordert werden, dass es wieder regionale Wirtschaftskreisläufe gibt. Keine Regenwälder dürfen mehr für Palmölplantagen und Rinderweiden brennen! Wir brauchen weder Rindfleisch aus Südamerika noch Palmöl in Lebensmitteln und Kosmetik. Äpfel aus Neuseeland, Weintrauben aus Indien, Erdbeeren aus Spanien sollten aus den Supermärkten verschwinden. Um die Reduzierung von Müll muss es gehen. Zum Beispiel bräuchten wir keine eingeschweißten Einwegflaschen und schon gar keinen Export von Plastikmüll nach Malaysia, Singapur und auf die Philippinen. Es muss um attraktivere ÖPNV-Netze zu günstigeren Preisen gehen und um den Gütertransport mit der Bahn. LKW’s mit Elektroakkus auszustatten, führt in eine neue Sackgasse.

Die Meere gehören uns nicht. Wer kann das Springen des Delphins erkaufen? Die Flüsse sind Adern, ohne die wir nicht leben könnten. Es kommt darauf an, was wir mit der Technik anfangen und nicht darauf, was möglich ist. Wir müssen uns darauf besinnen, was wir wirklich brauchen, damit die Erde nicht zu einer hohlen Kugel wird.“

 

 

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