Die Hamburger lesen erneut ohne Atomstrom

Was die Forderung nach der Sperrung des Hamburger Hochseehafens für radioaktive Fracht mit einer Lesereihe, exklusiven Bühnenprogrammen und einer bevorstehenden Ausstellung zu tun hat? Zu erfahren ist das beim inzwischen „8. Lesen ohne Atomstrom“. Die Hamburger Veranstaltungsreihe startet am 15. November 2018 und bietet bis Mitte Februar 2019 „erneuerbare Lesetage“ mit 50 Autoren und Künstlern sowie 2400 Gratis-Plätze fürs Publikum. Es geht um Politik, Kunst, Geschichte, Sport und gegen radioaktive Materialtransporte.

Das Programm des nichtkommerziellen Festivals wird auch im achten Jahr des Bestehens durch beteiligte Künstler und Autoren und Ehrenamtliche des Kultur für alle e. V. gestemmt und durch Förderer ermöglicht. Die aktuelle Veranstaltungsreihe bietet in den kommenden drei Monaten einen Rückblick auf den G20-Gipfel 2017, zeigt eine Ausstellung mit Fotos der dort „diskreditierten“ Fotografen und bringt ausgesperrte Reporter von 2007 und 2017 zusammen. Außerdem debattieren Verfassungsrechtler den „kalkulierten Tabubruch“.

Schauspieler Walter Sittler hat am 16. November einen ganz besonderen Gast: Juan Martin Guevara, den Bruder von Che. Der wird kurz vor dem 60. Jahrestag der kubanischen Revolution erstmals über seine eigenen Erlebnisse sprechen.

„Man darf nicht warten!“ mahnte Erich Kästner im Rückblick auf den deutschen Faschismus, der habe „spätestens 1928 bekämpft werden müssen“. Wie spät ist es heute? Diese Frage erörtern die Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer und Esther Bejarano mit Beate Klarsfeld und Luc Jochimsen als Moderatorin. Barbara Auer liest bei dem Gespräch in der Talmud-Tora-Schule am 20. Januar 2019.

Über die Entwicklung des Volkssports Fußball nach der Tragödie im Hillsborough-Stadion 1989 debattieren Balllegenden mit der Buchautorin Simone Buchholz im Millerntor-Stadion.

Schauspielerin Suzanne von Borsody und das Trio Azul präsentieren am 3. Februar in einer konzertanten Lesung das Werk von Frida Kahlo. Und am 14. Februar, zum Abschluss des Festivals, verständigen sich nach einem halben Jahrhundert Gretchen Dutschke, Impressario Claus Peymann und die junge Aktivistin Emily Laquer über das Erbe der 68er und heutigen Protest und Widerstand. Dazwischen sind unter anderem Thomas Quasthoff, David Bennent, Feridun Zaimoglu oder Regisseur Michael Farin und Blixa Bargeld beim Lesen ohne Atomstrom aktiv. Der Eintritt ist in der Regel frei.

Detaillierte Informationen über alle neun Veranstaltungen und die Ausstellung, die im St. Pauli-Museum und im Kunsthaus gezeigt wird, gibt es im Programmflyer. Übrigens überall Thema: Der Hamburger Senat lancierte im Frühjahr Informationen, nach denen der Hafen für Atomtransporte gesperrt sei. Stimmt aber leider nicht.

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Es geht um Stabilisierung, vor allem aber um Zukunft

Im Oktober 2020 wurde im Rahmen von „Neustart Kultur“ ein 65-Millionen-Programm zur Förderung freischaffender Künstler*innen und freier Gruppen in der bundesdeutschen Theater-, Performance- und Tanzlandschaft bereitgestellt. Der Fonds Darstellende Künste organisiert die Förderung, 50 Millionen Euro sind bereits vergeben worden. Wir baten Geschäftsführer Holger Bergmann um eine Zwischenbilanz.
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Bonn – mal im Spiegel der Literatur

Für eine Stadt mit etwa 330.000 Einwohner*innen hat die frühere Bundeshauptstadt Bonn eine beachtliche Geschichte als Handlungsort von Literatur. Berühmte Beispiele sind Heinrich Bölls Roman „Ansichten eines Clowns“ oder Juli Zehs „Spieltrieb“. Auf einer vielseitigen Online-Lesung präsentierten jetzt sieben Schriftsteller*innen eigene Texte sowie Auszüge aus Werken anderer Autor*innen, die allesamt Bonn-Bezug hatten. Ein Beteiligter berichtet.
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Kreative beim Urheberrecht ohne wirksamen Schutz

Das Bundeskabinett hat am 3. Februar 2020 den Gesetzentwurf für die Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform in deutsches Recht gebilligt. Im „weitgehend unter Vermeidung von Öffentlichkeit“ erfolgten Gesetzgebungsverfahren fehle es weiter an wirksamen Schutzmechanismen für die Kreativen, kritisiert ver.di. Die Gewerkschaft sieht den Regierungsentwurf als einen "Kotau vor den Interessen der Zeitungsverleger und Verwerter".
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E-Book-Ausleihe: Keine falschen Weichen!

Anlässlich eines Offenen Briefes des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) an die Abgeordneten des Bundestages warnt Lena Falkenhagen, Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di), vor möglichen Folgen einer übereilten gesetzlich erleichterten Ausleihe von E-Books. Der dbv will bestehende Urheberrechtsbeschränkungen zugunsten öffentlicher Bibliotheken auch auf digitale Ausgaben von Büchern ausweiten.
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