Friedensaktion im Auge des Kanonenkönigs

Unterschriften für den Frieden am 1. September 2020 in Essen. Foto: EFF

Seit 1957 machen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften mit dem Antikriegstag am 1. September auf Frieden, Demokratie und Freiheit aufmerksam. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Trotz Corona fanden auch 2020 regionale Aktionen statt. Hier ein Bericht aus dem Ruhrgebiet von unserem VS-Kollegen Ulrich Straeter, der dem Essener Friedensforum angehört:

Erneut haben in diesem Jahr in Essen der DGB und das Essener Friedensforum (EFF) eng zusammengearbeitet. Am Nachmittag fand im DGB-Haus in der Teichstraße eine Gedenkveranstaltung statt, an der auch Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU), der „Mayor for Peace“ ist, teilnahm. In seiner Rede fand er trotz seiner Mitgliedschaft in einer kriegsführenden und aufrüstenden Partei relativ starke Worte für den Frieden bei uns und in der Welt. DGB-Geschäftsführer Dieter Hillebrand wies besonders darauf hin, dass Friedenspolitik mit jungen Menschen diskutiert und gemacht werden muss, denn bereits in jungen Jahren werden bei uns Kinder sehr stark mit gewaltverherrlichen Spielen und entsprechender Werbung konfrontiert.

Dem schloss sich Anne-Lena Priebe, die Sprecherin der DGB-Jugend, an. Sie zeigte außerdem per Beamer einen Film über einen Besuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Musikalisch umrahmt mit Antikriegsliedern (Study war no more! aus Down by the Riverside u. a.) wurde die Veranstaltung von Klaus Knierim (EFF) und Friends.

Foto: EFF

Der zweite Teil der Gesamtveranstaltung wurde vorrangig vom EFF in der Stadtmitte organisiert. Mit einem Stand auf dem Porscheplatz, vor der Marktkirche beim Krupp-Standbild. Nachdem die Polizei den Ausweis des Veranstaltung-Anmelders geprüft hatte, konnte es losgehen:

Knapp hundert interessierte Menschen hatten sich eingefunden oder blieben stehen, um zuzuhören. Mit bewegenden Worten wies Hauptredner Bernhard Trautvetter auf gestiegenen Gefahren eines Weltkrieges hin, der alles Leben auf der Erde vernichten könnte. Die entsprechende „Kriegs-Uhr“ der Wissenschaftler steht auf wenigen Sekunden vor Zwölf. Auch in diesem Jahr findet die hochrangige Veranstaltung der NATO (JAPCC) in den Essener Kongresshallen statt. Die NATO plant u. a. einen führbaren Atomkrieg. Deshalb werden auch Essener Friedensfreunde und –freundinnen erneut am „Nationalfeiertag“, dem 3. Oktober in Kalkar vor dem dortigen militärischen Steuerungs- und Planungszentrum demonstrieren und protestieren.

Ein Hinweis, der in mehreren Reden auftauchte: Wäre der 2. Weltkrieg in Deutschland nicht im Mai 1945 beendet gewesen, als die US-amerikanischen Atombomben noch nicht einsatzbereit waren, dann… So traf es Hiroshima und Nagasaki. Es hätte auch das Ruhrgebiet sein können. Um so wichtiger sind solche Veranstaltungen in Essen und deutschlandweit.

 

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