Die Novemberhilfen fließen nur sehr spärlich

„Großzügig wollte die Bundesregierung Künstlern, Gastronomen und anderen Shutdown-Betroffenen helfen. Doch das Geld fließt nur sehr zögerlich“, stellt Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen in seiner aktuellen „Spiegel“-Kolumne fest, kritisiert “kleinteiligen Hickhack“ und „praktizierte Knauserigkeit“. Doch er lobt auch ver.di und mahnt an, weiter Druck zu machen.

„Von den 15 Milliarden Euro Novemberhilfe sind nach offiziellen Angaben Mitte Dezember erst eine halbe Milliarde ausgezahlt“, konstatiert Tenhagen. Und: „die Regierung kommt ihren Versprechungen im Konkreten nicht nach. Und das geht nicht. Denn es zerstört die Bereitschaft einzelner Branchen für uns alle die Rübe hinzuhalten.“ Die „ungefähr 39.000 Solo-Selbstständige und rund 90.000 Unternehmen“, die „stellvertretend für uns den Teil-Lockdown wirtschaftlich aushalten“ mussten, hätten bisher nicht einmal alle die versprochenen Abschlagszahlungen erhalten. Neben Software-Programmierungsfragen macht Tenhagen ein prinzipielles politisches Problem aus. Er rät, einfacher auszuzahlen und lieber hinterher über die Finanzämter genauer zu kontrollieren.

Statt seines üblichen Hilfe-Blocks appelliert der Experte an Verantwortliche und Berufsgruppen, sich engagiert für „umsetzbare“ Hilfen einzusetzen. Er schreibt auch: „Liebe Mitarbeiter und MitarbeiterInnen bei Ver.di. Sie machen einen tollen Job, weil Sie vielen Solo-Selbstständigen helfen, auch Nicht-Gewerkschaftsmitgliedern. Nutzen Sie ihre Kontakte in die Parteien, um die all jenen die Alltagsprobleme noch besser zu erklären, die demnächst wieder Entscheidungen treffen müssen.“

„Kunst + Kultur online“ hat sich selbst zuletzt in einem längeren Beitrag mit den Novemberhilfen und weitergehenden Förderankündigungen der Regierung auseinandergesetzt.

nach oben

weiterlesen

Theatraler Blick in eine schöne neue Welt?

Vom 10. bis 21. März fand in der Kölner Kirche St. Gertrud das Theaterprojekt „Menschen von Morgen“ statt. In verschiedenen Szenen unter Mitwirkung von chronisch kranken Menschen, Migrant*innen und professionellen Schauspieler*innen inszenierte Regisseur Gregor Leschig gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die eigenen Zukunftsentwürfe. Mit Performances, Streams, Einspielungen und Interaktionen, die auch das Publikum mit einbezogen. Die große Frage dabei: Wie sieht unsere Welt in Zukunft aus?
mehr »

Was tun für faire Arbeit in Kunst und Kultur?

Die Coronakrise erschüttert die Kulturbranche im Fundament. Das strahlt weit in die Gesellschaft aus. Was aus der Situation für den Kulturbereich zu lernen ist, debattierte die Bundestagsfraktion Die Linke mit Gästen. „Kultur. Klasse. Krise“ war die gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 9. März überschrieben. ver.di-Gewerkschaftssekretärin Lisa Basten und andere Experten waren aufs digitale Podium geladen.
mehr »

Trotz Zweitjob weiter in der KSK versichert?

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben sich die Erwerbsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler aller Sparten radikal verändert und wurden in Teilen zum Erliegen gebracht. Insbesondere für freischaffende Kreative sind die Auswirkungen immens. Zu wegbrechenden Einkommen und erschwertem Zugang zu Hilfszahlungen kommt der drohende Verlust der Krankenversicherung über die Künstlersozialkasse (KSK).
mehr »

Es geht um Stabilisierung, vor allem aber um Zukunft

Im Oktober 2020 wurde im Rahmen von „Neustart Kultur“ ein 65-Millionen-Programm zur Förderung freischaffender Künstler*innen und freier Gruppen in der bundesdeutschen Theater-, Performance- und Tanzlandschaft bereitgestellt. Der Fonds Darstellende Künste organisiert die Förderung, 50 Millionen Euro sind bereits vergeben worden. Wir baten Geschäftsführer Holger Bergmann um eine Zwischenbilanz.
mehr »