Deutscher Kulturrat hat neue Präsidentin

Am 20. März hat der Sprecherrat des Deutschen Kulturrats in Berlin ein neues Präsidium gewählt. Mit der Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung Prof. Dr. Susanne Keuchel steht erstmals eine Frau an der Spitze des Kulturdachverbandes. Als Vizepräsidenten wurden Prof. Dr. Ulrike Liedtke vom Deutschen Musikrat und Boris Kochan, Deutscher Designtag, gewählt.


Die Kulturbeauftragte von ver.di Regine Möbius, die bisher als Vizepräsidentin des Kulturrates amtiert hatte, sprach von einer „Staffelübergabe“. Lena Falkenhagen, Vorsitzendes des VS, dankte Möbius, die bis vor wenigen Wochen auch dem Vorstand des Schriftstellerverbandes angehört hatte, für ihre langjährige „engagierte Arbeit“.

Über künftige Aufgaben an der Spitze des Deutschen Kulturrats äußerte sich Susanne Keuchel: „Wichtiger als einzelne Themenschwerpunkte zu setzen, finde ich die gesamtgesellschaftliche Analyse. Für mich ist es ein besonderes Anliegen, innerhalb der gesellschaftlichen Diskurse, nicht nur die Gefahren zu diskutieren und Gegenpositionen einzunehmen. Es reicht nicht aus für Europa gegen ‚Rechts‘ oder gegen ‚Ressourcenverschwendung‘ zu sein. Wir brauchen mutige Zukunftsvisionen und eigene Antworten, wie Gesellschaft kulturell nachhaltig, sozial und demokratisch gestaltet werden kann.“

Die neue Präsidentin Prof. Susanne Keuchel
Foto: Uwe Schink

Bei ihrer Gratulation an die neue Kulturratspräsidentin betonte Staatsministerin Monika Grütters, dass es auf weibliche Vorbilder wie Susanne Keuchel ankomme, wenn  sichergestellt werden solle, dass künftig noch mehr Frauen an den Schaltstellen der Kultur und Medien sitzen: „Das ist ein Zeichen im Sinne unseres gemeinsamen Engagements für mehr Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien – ein Thema, das auf der Agenda des Kulturrats seit Jahrzehnten ganz oben steht.“

 

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