Der VS startet in Pandemie-Zeit erste digitale Lesereihe

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di veranstaltet ab dem 7. Januar 2021 eine digitale Lesereihe mit 26 Terminen auf der Streaming-Plattform Twitch. Finanziert wird die VS-Onlesung mit Hilfe von Neustart Literatur, des Deutschen Literaturfonds e.V. und des Kulturwerks deutscher Schriftsteller e.V. Um die Teilnahme können sich Schriftsteller*innen, Übersetzer*innen von literarischen Texten sowie Selfpublisher*innen bewerben.

In Zeiten der Coronapandemie sind seit März 2020 die meisten Lesungen ausgefallen, die Sichtbarkeit von Titeln leidet, die Autorinnen und Autoren müssen auf Lesungshonorare verzichten. Mithilfe der Bundesmittel des Neustarts Kultur, die über den Deutschen Literaturfonds vergeben werden, startet der VS in ver.di ab dem 7. Januar 2021 eine wöchentliche Lesereihe über die Streaming-Plattform Twitch.
»Wir möchten die Brücke schlagen helfen, die die Pandemie niedergebrannt hat, um Sichtbarkeit für Bücher herzustellen«, erläutert Lena Falkenhagen, Bundesvorsitzende des Verbands. »Die Lesungen werden im Gegensatz zu den meisten digitalen Lesungen natürlich vergütet, um Schriftstellerinnen oder Schriftstellern den Einkommensausfall zu kompensieren.«
Twitch wurde als Plattform gewählt, um eine schnelle und unkomplizierte Teilhabe zu ermöglichen: dort kann man Livestreamings auch ohne Registrierung auf der Plattform ansehen.
Der erste Termin der Reihe wird am 7. Januar 2021 um 20:15 Uhr stattfinden. Zwei von drei Lesenden sind der Übersetzer und Moderator Denis Scheck sowie die Lyrikerin Safiye Can. Wer den Dreierreigen ergänzt, wird im Januar enthüllt.
Moderiert werden die Lesungen u.a. von der VS-Bundesvorsitzenden Lena Falkenhagen.
Die VS-Onlesungen finden dann an den folgenden Donnerstagen auch jeweils um 20:15 Uhr statt. Nach ca. zehnminütigen themenbezogenen Lesungen mit jeweils zwei bis drei Autorinnen oder Autoren schließt sich eine Podiumsdiskussion zu den gelesenen Werken und dem Thema an. Die einzelne Veranstaltung wird ca. 60-80 Minuten dauern.
Die Themen der VS-Onlesung für Januar und Februar 2021 sind:

7. Januar 2021        »Digitale Lesungen im Kreuzverhör – wie verändert Zoom Lesungen?«
14. Januar 2021      »Der Zauber des Neuen«
21. Januar 2021      »Wahlverwandtschaften – jenseits von Familie«
28. Januar 2021      »Isolation im Überfluss«
4. Februar 2021      »Riss in der Wirklichkeit«
11. Februar 2021    »Die Lust am Morden«
18. Februar 2021    »Die Last der zweiten/dritten Generation«
25. Februar 2021    »Erschaffene Welten«

Für die Lesungen können sich sowohl Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Übersetzerinnen und Übersetzer von literarischen Texten und Selfpublisherinnen/ Selfpublisher bewerben. Eine Verbandsmitgliedschaft im VS ist keine Voraussetzung für eine Bewerbung. Bei der Auswahl der Lesenden wird auf Diversität von Urheberinnen und Urhebern, Werken und Genres geachtet. Das Erscheinungsdatum der vorgeschlagenen Bücher darf nicht vor dem 1. Januar 2019 liegen.
Weitere Veranstaltungsthemen und -termine können über die Internetseite des VS eingesehen werden. Auch die Bewerbungskriterien und -bedingungen zu einzelnen Themen finden sich dort:
https://vs.verdi.de/projekte/vs-lesungen-auf-twich
Der Link zum Twitch-Kanal des VS:
https://www.twitch.tv/vsschriftstellerverband.

nach oben

weiterlesen

Theatraler Blick in eine schöne neue Welt?

Vom 10. bis 21. März fand in der Kölner Kirche St. Gertrud das Theaterprojekt „Menschen von Morgen“ statt. In verschiedenen Szenen unter Mitwirkung von chronisch kranken Menschen, Migrant*innen und professionellen Schauspieler*innen inszenierte Regisseur Gregor Leschig gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die eigenen Zukunftsentwürfe. Mit Performances, Streams, Einspielungen und Interaktionen, die auch das Publikum mit einbezogen. Die große Frage dabei: Wie sieht unsere Welt in Zukunft aus?
mehr »

Was tun für faire Arbeit in Kunst und Kultur?

Die Coronakrise erschüttert die Kulturbranche im Fundament. Das strahlt weit in die Gesellschaft aus. Was aus der Situation für den Kulturbereich zu lernen ist, debattierte die Bundestagsfraktion Die Linke mit Gästen. „Kultur. Klasse. Krise“ war die gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 9. März überschrieben. ver.di-Gewerkschaftssekretärin Lisa Basten und andere Experten waren aufs digitale Podium geladen.
mehr »

Es geht um Stabilisierung, vor allem aber um Zukunft

Im Oktober 2020 wurde im Rahmen von „Neustart Kultur“ ein 65-Millionen-Programm zur Förderung freischaffender Künstler*innen und freier Gruppen in der bundesdeutschen Theater-, Performance- und Tanzlandschaft bereitgestellt. Der Fonds Darstellende Künste organisiert die Förderung, 50 Millionen Euro sind bereits vergeben worden. Wir baten Geschäftsführer Holger Bergmann um eine Zwischenbilanz.
mehr »

Bonn – mal im Spiegel der Literatur

Für eine Stadt mit etwa 330.000 Einwohner*innen hat die frühere Bundeshauptstadt Bonn eine beachtliche Geschichte als Handlungsort von Literatur. Berühmte Beispiele sind Heinrich Bölls Roman „Ansichten eines Clowns“ oder Juli Zehs „Spieltrieb“. Auf einer vielseitigen Online-Lesung präsentierten jetzt sieben Schriftsteller*innen eigene Texte sowie Auszüge aus Werken anderer Autor*innen, die allesamt Bonn-Bezug hatten. Ein Beteiligter berichtet.
mehr »