Aktuelle VdÜ-Honorarumfrage: Lage bleibt prekär

Der Verband der Übersetzerinnen und Übersetzer (VdÜ) fragt bei seinen Mitgliedern in regelmäßigen Abständen anonymisiert Vertragsbedingungen ab. Diese „Honorarumfrage Buch“ gibt einen Überblick über Normseitenhonorare sowie Absatz- und Lizenzbeteiligungen. Für 2019/2020 weist die aktuelle Umfrage nur minimale Steigerungen aus, angesichts von Corona und verstärkter Inflation bedeute das spürbare Einkommensverluste, so der Verband.

„Die große Vielfalt der Weltliteratur erschließt sich der deutschen Leserschaft durch Übersetzungen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft und der Buchbranche. Leider wird die Arbeit der Übersetzerinnen und Übersetzer nicht angemessen entlohnt“, beklagt Marieke Heimburger, Erste VdÜ-Vorsitzendende.

Wie die neueste VdÜ-Honorarumfrage zeige, sind die Normseitenhonorare in den letzten beiden Jahren im Schnitt um gerade einmal 1 Cent auf 18,73 Euro gestiegen. „Angesicht der hohen Inflationsrate ist das besonders bitter. Seit 2001 hat das durchschnittliche Seitenhonorar fast 16 Prozent seiner Kaufkraft eingebüßt“, so die Vorsitzende.

Sie kritisiert, dass es der Gesetzgeber versäumt habe, die schwache Verhandlungsposition der Übersetzerinnen und Übersetzer gegenüber den Verlagen zu stärken: „Ein Verbandsklagerecht, branchenweite Vergütungsregeln und eine staatliche Übersetzungsförderung, die auch den Übersetzenden zugutekommt, könnten die prekäre Lage der Zunft verbessern und stehen daher weiterhin auf der Agenda des VdÜ.“ 

Zur vollständigen Honorarumfrage Buch 2019/20

nach oben

weiterlesen

„Hey Ladies, es ist Zeit etwas zu ändern“

Da sie in ihrem künstlerischen Werk „ein einzigartiges Erzählen mit einem universellen Blick“ verbinde, sei Tsitsi Dangarembga aus Zimbabwe „nicht nur eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes, sondern eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur“. So urteilte die Jury, die der Schriftstellerin und Filmemacherin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2021 zuerkannte. Wer ist Tsitsi Dangarembga und was macht ihr Werk aus?
mehr »

Debatte: Wie die Arbeit der Zukunft gestalten

LABOR.A heißt die Plattformkonferenz der Hans-Böckler-Stiftung zur Zukunft der Arbeit, die am 6. Oktober 2021 bereits zum vierten Mal Akteure aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Betrieben zu Austausch und Ideenschmiede zusammenbrachte. Das umfangreiche Programm allein mit 19 verschiedenen Sessionen wurde gemeinsam mit vielen der 50 Partner-Institutionen vorbereitet. Mit ver.di-Beteiligung standen auf der Agenda auch die Situation der Solo-Selbstständigen und Fragen künftiger Arbeitsgestaltung, nicht nur im Kulturbereich.
mehr »

Bibliothek zeigt zerstörte Bücher nun im Foyer

In der Berliner Bezirksbibliothek Tempelhof-Schöneberg sind im September neuerlich mutwillig Bücher zerschnitten und unbrauchbar gemacht worden. Die Tat folgte dem Muster der bereits zuvor öffentlich gemachten Zerstörungen. Immer handelt es sich um Werke, die sich kritisch mit rechtem Gedankengut auseinandersetzen oder linke Theorien und die Geschichte des Sozialismus betreffen. Die Bibliothek reagiert und die Polizei ermittelt.
mehr »

Umfrage: Mehr Daten über „hybride“ Arbeit

In einer aktuellen Umfrage untersucht ver.di die Arbeitsbedingungen von Kreativen und Kulturschaffenden verschiedener Branchen. „Wir wollen mehr über die unterschiedlichen Arbeitsrealitäten von Künstler*innen erfahren und die Erkenntnisse in die gewerkschaftliche Arbeit einfließen lassen“, erklärt Lisa Basten, Bereichsleiterin Kunst und Kultur bei ver.di. Sie ermuntert alle Mitglieder der Kunstfachgruppen, aber auch sonst im künstlerischen und kulturellen Bereichen Tätige, sich zehn Minuten Zeit zu nehmen.
mehr »