Aktion in Fürth: Die Politik lässt Klima und Kultur hängen

Keiner kriegt das Söder-Geld zu fassen. Kunstaktion bei der Demo für die Zukunft von Kultur, Klima und Umwelt in Fürth.
Foto: Heinz Wraneschitz

„Gemeinsam Klima und Kultur retten!“ war am 5. Juni Motto einer Veranstaltung am Paradiesbrunnen in der Fürther Innenstadt. Kunst, Kultur und Klimaschutz stehen bei der aktuellen Wirtschaftsförderung von Bund und Ländern ganz weit hintan, so die Kritik. Das war Kern aller Statements von unterschiedlichen regionalen Initiativen, darunter der Solo-Selbstständigen von ver.di.

Gemeinsame Initiatoren der Aktion waren Families for Future Fürth (FfFF), Fürther Kunst Kultur (FKK) um „Un Poco Loco“ und die bayernweite Soloselbstständigen-Initiative „Platz am Tisch“.

„Kultur und Klimaschutz sind systemrelevant!“ oder „Artenvielfalt in Kultur und Natur erhalten: Jetzt handeln!“ stand beispielsweise auf den Tafeln der Teilnehmenden. Sie forderten Investitionen in nachhaltige Wirtschaft und echte finanzielle Hilfen für „mit Berufsverbot belegte Soloselbstständige, gerade aus dem Kreativbereich“. Sonst wäre die Erde nach Bewältigung der aktuellen Corona-Krise bald nicht mehr lebenswert, so das Credo der Veranstaltung.

Kreativ waren die FfFF-Aktiven: Sie hatten mehrere Lieder auf pandemie-entsprechende Versionen umgedichtet. Besonders eindrucksvoll aber zeigten Künstler*innen von FKK, was ihnen auf den Nägeln brennt: Bei ihnen sei die Mitte April versprochene bayerische „Künstlerhilfe Corona“ bislang nicht angekommen, hieß es.

Passend dazu tanzte „Krisen-Manager Markus S.“ durch die Reihen, wedelte mit einem Geldschein-Paket, doch keiner bekam es zu fassen. „Die Kunst geht baden“: Mit diesem Schild fiel eine Tänzerin in den Brunnen. Und oben drüber schwebte ein Schauspieler am Galgen; Motto: „Die Politik lässt uns hängen.“

Den überregionalen Wert der Veranstaltung machte Dieter Weberpals klar, der die bayerischen Einzelunternehmer-Initiative „Platz am Tisch“ mitgegründet hat. Es sei „aus menschlicher Sicht zynisch bis zum geht nicht mehr, wenn allein in Bayern hunderttausende Soloselbstständige überwiegend durchs Raster fallen und existentiell bedroht sind, aber gleichzeitig die klimaschädigende Lufthansa mit Milliarden unterstützt wird“, so der bekannte Weltmusiker aus Offenhausen im Nürnberger Land.

Um zu vermeiden, dass die Kunst-Aktion Massen anzieht, hatten die Organisatoren nach eigenem Bekunden darauf verzichtet, den Event öffentlich anzukündigen.

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