Reflektiert umgesetzt: Der Traum vom Fliegen

Foto: Stefan Höcherl

„Zu den Sternen“ heißt die Skulptur, die – obwohl zwei Tonnen schwer – den Traum vom Fliegen versinnbildlicht. Polierter Edelstahl in Flügelform steht für das Zusammenspiel von Technologie und Kunst. Der Berliner Maler und Bildhauer Alvar Beyer arbeitete zwei Jahre an dem Auftragswerk, das jetzt seinen endgültigen Standort im Aerospace und Technology Center asto Park in Oberpfaffenhofen erhielt. Auf vielfältige Lichtreflexe, die einen Kontrast zur klaren geometrischen Form bilden, musste das Publikum im Wintergrau der Einweihung noch verzichten.

Mit Imposanz kann das neue Wahrzeichen für den Technologie-Campus, an dem sich rund um den Forschungsflughafen inzwischen mehr als 80 Firmen angesiedelt haben und über 8000 Menschen arbeiten, jedenfalls punkten: Die großen flügelartigen Flächen aus 1,5 Zentimeter starkem Edelstahl ragen auf eine Höhe von über drei Metern auf. Sie wurden von Beyer selbst geschliffen und poliert.

Ein Flugobjekt am Start lässt sich durch die schräge Position assoziieren, aber auch eines, das behutsam dem Boden zuschwebt. Von wechselnden Standorten erschließen sich vielfältige Interpretationsmöglichkeiten, die überwiegend mit Bewegung im Zusammenhang stehen.

Hier ist die Skulptur wortwörtlich gerade „eingeschwebt“. Alvar Beyer (Mitte) überwacht den Aufbau.
Foto: Michael Schönwälder

Trotz der Wucht sind wegen der dünn ausgeführten Flächen Bezüge zu filigraner japanische Papierfaltkunst herstellbar. Der Künstler selbst habe bei Konzept und Ausführung sowohl an die Nike von Samothrake aus dem Louvre gedacht als auch an Modelle des Flugpioniers Otto Lilienthal.

Die geflügelte Siegesgöttin aus dem Griechenland um 190 v. Chr.
Foto: wikimedia.org

Jedenfalls nimmt die Skulptur auf moderne Weise Bezug zum Menschheitstraum des Fliegens und zur Geschichte seiner Verwirklichung. „Zu den Sternen“ – universelles Motto menschlichen Erfolgsstrebens und sachlich umgesetzt – erhält jetzt in der Adventszeit womöglich auch eine nachdenklich-besinnliche Komponente.

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