Werk des Monats

Bei jeder Witterung schön ausgeführt

Ein sommerlicher Blick zurück, vermutlich in das Jahr 1913. Ein Anlass für das Foto ist nicht ersichtlich, doch tragen die Personen im Sonntagsstaat mit bemühtem Stillstehen dem nicht einfachen Aufnahmeprocedere Rechnung. Fotografiert zu werden war faszinierend und ein nicht alltägliches Vergnügen. Der Fotograf ist bekannt: Joseph Quirin, ein Pionier des noch jungen Mediums, hatte Anfang der 1880er Jahre in seinem Heimatort Kyllburg in der Eifel ein „photografisches Atelier für Landschaften und Porträt“ eröffnet. Ausweislich eines Inserats wurden Photographien von ihm „bei jeder Witterung aufgenommen und schön ausgeführt“.
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Monimbo und die Kunst am Bau

Ein Baugerüst als Kunstwerk? Natürlich nicht. Es geht um das noch Verborgene. Denn dass hinter diesen Planen an einer Giebelwand im Berliner Bezirk Lichtenberg nun zum dritten Mal ein Kunstwerk (wieder)entsteht, das – so Experten – zu den „größten und schönsten Wandbildern mit naiver Malerei in der Welt“ zählt, das kommt wirklich einem Kunststück gleich. Mit vielen Beteiligten.
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Wohin gehst Du, Global Warming?

Es ist nicht nur wegen seiner rund zwölf Quadratmetern Größe ein imposantes Bild: „Wohin gehst Du, Global Warming?“ ist eines der zentralen Werke in der Sonderausstellung „Die vierte Kraft“ im Duisburger Museum Küppersmühle. Schwarz, wie verkohlt, erscheint der Mann, der sich durch einen glühenden Raum bewegt. Das Gemälde ist Teil eines Triptychons und stammt, ebenso wie über 300 weitere Exponate dort, von Klaus Rinke, dessen Schaffen der letzten Jahrzehnte mit dieser Werkschau gewürdigt wird.
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Alles, nur keine Definitionen

„All over heimat“. Alles über Heimat? Die Heimat ist überall? Alle (reden) über Heimat? Dass der Titel – obwohl prägnant – einigermaßen vieldeutig ist, gehört sicher zum Programm. Unterschiedliche Sichten auf das wieder gern benannte Phänomen Heimat waren gesucht und sehr verschiedene Interpretationen wurden gefunden. Eine „wohl weltweit einmalige Sammlung“ liegt jetzt auf 448 Seiten vor. Lyrik und Prosa von 150 Autor*innen aus mehr als 20 Ländern, herausgegeben bei Stories & Friends von Matthias Engels, Thomas Kade und Thorsten Trelenberg.
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Versteht sich von selbst

Zum internationalen Frauentag am 8. März 2019 hat die Fotografin und Autorin Ylva Salzmann den Medien das nebenstehende Foto zum Abdruck zur Verfügung gestellt. „Das Bild versteht sich – denke ich – von selbst“, schreibt Salzmann dazu. Dennoch liefert sie in einem Beitext „vorsorglich“ einige Erläuterungen zum Verständnis und zum Entstehungsprozess ihres Werkes. Die Erklärung von Ylva Salzmann lautet: "Das Bild versteht sich als Kritik an Bildern in Werbung und Kampagnen, die Frauen in sexualisierten Posen und oftmals mit Phallussymbolen (wie zum Beispiel Flaschen) zwischen den Beinen als Blickfang benutzen. In Kampagnenbildern oftmals ohne jeden Bezug zum beworbenen…
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Wenn die Säulen uni tragen…

...kommen sie ihrer eigentlichen Funktion nicht mehr nach. Genau so ist das gegenwärtig in Berlin. Die 2500 Litfaßsäulen in der Hauptstadt – Wiege dieser Reklameklassiker – sind jetzt einfarbig plakatiert: in Lindgrün, Gelb, Hellblau, Pink oder Weiß. Das kündet von ihrem Abgang. Denn schrittweise werden die reichlich drei Meter hohen und einen Meter breiten Säulen, die bislang die Werbefirma Wall bestückt hat, aus dem Berliner Stadtbild verschwinden.
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Land-Art als Kommunikation mit der Welt

Auf dem Januar-Blatt des ver.di-Kunstkalenders 2019 ist der „Schneekreis Bittelschießer Höhle“ bei Sigmaringen auf der Schwäbischen Alb zu sehen. Inszeniert, also den Schnee in die Höhle getragen und das Ergebnis fotografiert, hat Karl Rudi Domidian, der unter dem Namen hundefaenger krd bekannt ist. Geboren wurde er 1954 in Bad Kreuznach. Und, wie er selbst sagt, „in sehr einfachen Verhältnissen“. Seine Kunst beschreibt er folgendermaßen: ich komme mit leeren händen ich gehe mit leeren händen dazwischen ist kunst (hf) Seine Eltern wollten für den Sohn Sicherheit. Also absolvierte er zunächst eine Lehre als Großhandelskaufmann. Das schien ihm nicht das…
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Ich würde denselben Faden spinnen…

Ein leicht resignatives, doch selbstbewusstes Resümee seines Lebens und Schaffens zog Theodor Fontane in diesem Gedicht von 1895. Damals war er 76 Jahre alt und ein Schriftsteller, der letztlich von seiner Kunst hatte leben können. Bis heute flicht ihm die Nachwelt Kränze als dem bedeutendsten deutschen Vertreter des literarischen Realismus. Ende Dezember 1819 geboren, lag ihm eine Aussicht auf Nachruhm eher nicht in der Wiege. Vater Louis Henry, hugenottischer Abstammung und Apotheker in Neuruppin, sah seinen Sprössling perspektivisch wohl gleichfalls mit Pülverchen, Mörser und Tinkturen hantieren. So kam es zunächst auch. Doch 1839, mit knapp 20, veröffentlichte der…
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Reflektiert umgesetzt: Der Traum vom Fliegen

„Zu den Sternen“ heißt die Skulptur, die - obwohl zwei Tonnen schwer – den Traum vom Fliegen versinnbildlicht. Polierter Edelstahl in Flügelform steht für das Zusammenspiel von Technologie und Kunst. Der Berliner Maler und Bildhauer Alvar Beyer arbeitete zwei Jahre an dem Auftragswerk, das jetzt seinen endgültigen Standort im Aerospace und Technology Center asto Park in Oberpfaffenhofen erhielt. Auf vielfältige Lichtreflexe, die einen Kontrast zur klaren geometrischen Form bilden, musste das Publikum im Wintergrau der Einweihung noch verzichten.
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Mehr oder weniger radikale Aufbrüche

„AUF BRÜCHE 1918 – 1968 - 2018“ betrachtet 100 Jahre deutscher Geschichte, die vom Ende des Ersten Weltkriegs bis heute reichen, die „68er“ genau in der Mitte. Um „Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinter den historischen Daten“ ging es den Ausstellungsmachern – dem ver.di Fachgruppenvorstand Berlin-Brandenburg der Bildenden Künstler in deren traditioneller jährlichen Schau in der MedienGalerie.  „Das Bild zur Ausstellung“, das direkt am Titel anknüpft und auf realen Fotodokumenten basiert, schuf Gotthard Krupp. Er selbst bezeichnet es als „Versuch“, bei dem – im Gegensatz zu seiner sonstigen Arbeitsweise – (Öl)Farbe erst ganz zum Schluss ins Bild kam.
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