Werk des Monats

Zeitzeugin der Schlacht an der Oder

„White Root“ heißt die Kunstinstallation von Volker-Johannes Trieb. Er nutzt eine geschossverwundete Eichenwurzel vom Schlachtfeld der Seelower Höhen in Brandenburg, von wo aus im April 1945 die Rote Armee die Schlacht um Berlin einleitete. Das Holz trägt Spuren der Kämpfe. Gegenwärtig steht es vor dem Gebäude, in dem die Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten.
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Wenn die Luft zum Atmen genommen wird

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd hat ein Fass zum Überlaufen gebracht. Seit Wochen gibt es in den USA, aber auch weltweit Proteste gegen Rassismus, die jetzt durch einen erneuten Fall tödlicher Polizeiwillkür weiter angefacht werden: Black Lives Matter. Johann Voß regte das tragische Geschehen in Minneapolis zu diesem Gedicht an:
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Von nächtlichen Träumen und visionären Bildern

Im Berliner Haus am Kleistpark werden gegenwärtig Werke gezeigt, mit denen sich Künstlerinnen um den Marianne-Werefkin-Preis 2020 bewarben. Die Jury verlieh die besondere Ehrung diesmal an Barbara Breitenfellner. In der Ausstellung zeigt die Preisträgerin auch Collagen wie diese großformatige, in der fotografisches Material nach seinem Wahrheitsgehalt untersucht wird.
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Das, was sichtbar und nicht sichtbar ist

Ute Mahlers Blick auf die Menschen zieht uns schon seit Jahrzehnten an. Das von ihr 1980 in Potsdam aufgenommene Schwarzweißbild zeigt ein junges Paar, noch Jugendliche, an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Der Junge schaut direkt in die Kamera, während der Blick des Mädchens vorbei geht und der Straße folgt. Auf einfache, effektvolle Weise sind hier Gegenwart und Zukunft in einem einzigen Moment verschmolzen.
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Viel reicher und tiefer

Corona – lateinisch: die Krone, der Kranz. Erst seit einigen Wochen fällt zu dem klangvollen Wort allen zuerst das Virus ein. Dabei gibt es viel länger schon den Monte Corona, einen Vulkan auf Lanzarote. Corona Australis heißt ein Sternbild des Südhimmels. Korona nennt man die Atmosphäre der Sonne. Seit dem Mittelalter bezeichnete Corona Bohemiae die Länder des Königreiches Böhmen. Italien vergab einen Corona-Verdienstorden. Sechs Städte oder Stadtteile in den USA heißen so. Und ein Gedicht von Paul Celan.
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Die Warnung gilt: Wir haben Wölfe gehört

Dieses Ölgemälde – allerdings in Schwarz-Weiß abgedruckt – ist neben Autorenfotos und wenigen Dokumenten das einzige Bild, das die Texte einer umfangreichen Anthologie illustriert. „Flaschen mit Hiltlergruß“ heißt es, gemalt hat es Arie Goral, ein vielseitiger Kreativer, der mit Farben genauso umzugehen verstand wie mit Worten. Das Gemälde steht auf Seite 156 und damit fast in der Mitte des Lesebuchs, das der VS Hamburg „Wir haben Wölfe gehört“ genannt hat. Bin ich schuld am Rechtradikalismus? fragt die Unterzeile.
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„Looking at the Stars“ zeigt mehr als das Offensichtliche

"Eine Ballerina muss immer zu den Sternen aufschauen, auch wenn sie diese nicht sehen kann", sagt Fernanda Bianchini. Mitten im brasilianischen São Paulo liegt die Ballettschule, die sie gegründet hat. Die jungen Leute, die hier klassischen Tanz lernen, profitieren von einem einzigartigen Konzept. Statt auf Blut, Schweiß und Tränen baut Bianchini auf Berührungen, Gehörsinn und vor allem: Mut. Für ihre Tänzer*innen ist die Schule ein sicherer Hafen und die Bühne ein Ort, wo sie frei und unabhängig sein können. Sie sind blind.
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Eine Bank als Warnung

Zweifünfzig hoch und fast sechs Meter breit ist die stilisierte Sitzbank, die vor allem der Warnung dient: Zustände, dass Menschen oder Gruppen von ganz normalen bürgerlichen Rechten ausgenommen, diskriminiert oder verfolgt werden, sollen in diesem Land nie wieder zugelassen werden. Aktionskünstler Günter Wangerin erdachte die Installation im Kampf gegen das 2016 verabschiedete bayerische Integrationsgesetz. Am 3. Dezember 2019 stand das Riesen-Möbel vor dem Justizpalast in München. Aus gutem Grund.
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Ein komplett anderes Angebot

Sie geht mit ihren Arbeiten gern nach draußen. Ende September – einige Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen – präsentierte die Fotografin Iris Wolf ihre Ausstellung „Lost in Work“ auf dem Erfurter Anger. Prekär oder im Niedriglohnsektor Beschäftigte sind die Protagonisten. Eine Installation aus Bild, Ton und Text. Die Passanten waren zum Schauen, Hören und Debattieren eingeladen. „Ein gelungenes Experiment“, sagt die Künstlerin. Ein ähnliches Projekt hatte sie bereits 2018 in einer Dortmunder U-Bahn-Station vorgestellt.
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Optimistisches Angebot: Kunst für Alle

Dieses Blatt sieht naiv gezeichnet aus? Und wenn. Es steht als Abschluss einer vierteiligen Bildergeschichte; der Zeichner und Karikaturist Jami (Jan Michaelis) berichtet dort eher frohgemut von einem Berlin-Besuch um das Jubiläum des Mauerfalls herum. Der komplette Zyklus wird ab 14. Oktober – zusammen mit anderen Exponaten –  in der Volkshochschule am Hauptbahnhof in Düsseldorf gezeigt. Als Teil der Ausstellung „Kunst für Alle“, mit der in ver.di organisierte Künstlerinnen und Künstler eine Werkschau verschiedener Genres liefern.
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