Meinung

Gibbet Fisch oder gibbet kein Fisch? – Ein Zwischenruf

Der Spruch stammt von meinem Musiker-Kollegen, mit dem ich als Autor in den 90iger Jahren, also in den guten analogen Zeiten, auf Lesereise war. Ein paar Bier, ein Abendessen und das Eintrittsgeld waren immer drin, und selbst wenn am Ende der Lesung der Hut rumging, kam ein nettes Sümmchen zusammen. Zeiten, von denen man heute nur noch träumen kann. Heute finden Lesungen statt auf youtoube, twitch, alfaview, Zoom oder wie sie alle heißen. Oft genug mit wackligen Bildern in schlechter Tonqualität, aufgenommen von einem Smartphone, das in China produziert wird.
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Auf Hartz IV, doch für die Demokratie relevant

Eine dreiviertel Million von der Politik häufig und gern als demokratie- und somit als systemrelevant bezeichnete Erwerbstätige in Kultur und Kunst können seit Monaten ihren Beruf aufgrund der Coronapandemie nicht ausüben. Die Politik beschwört einen „Neustart“. Die Kreativen sind dabei trotz Bereitstellung einer „Kulturmilliarde“ erneut kaum mehr als schöne Worte wert.
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Bayerischer Bismarckhering

Trau nie einem Franken, der sagt, »Bayern ist ein Kulturstaat«, selbst wenn du ein hungerleidiger Künstler bist. Weil, die Franken haben es Napoleon bis heute nicht verziehen, dass er sie an Bayern verschachert hat. Es sei denn, man ist ein Integrationsstreber wie der Markus Söder. Warum also behauptet der »Maggus« sowas? Will er damit rechtfertigen, warum er jetzt doch den Künstler*innen den Schutzschirm hält, aber die Soloselbständigen im Corona-Regen stehen lässt?
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Rechtefrei und kostenlos?

Öffentliche Kulturveranstaltungen wie Theateraufführungen, Lesungen, Konzerte oder Festivals finden derzeit nicht statt. Wie füllt man in diesen Zeiten die Kulturseiten der Tageszeitungen, fragt man sich in mancher Redaktion. Umdenken ist auch hier gefragt, doch wo andere sich dabei auch um Solidarität bemühen, versucht der „Weser Kurier“ mit seiner Regionalausgabe „Die Norddeutsche“ in Bremen Soloselbständige, freie Autor*innen mit unanständigen Angeboten zu locken.
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Bald Kulturhauptstadt – zu welchem Preis?

In Nürnberg jubelte kurz vor Weihnachten die komplette Stadtverwaltung: Im Rennen um jene Kommune, die Deutschland im Jahr 2025 als „Europäische Kulturhauptstadt“ repräsentieren soll, hat es die Frankenmetropole auf die „Shortlist“ geschafft. Doch was haben die Kreativen davon, die Kunst und Kultur schaffen, sollte die Nürnberger Bewerbung als „N2025“ am Ende tatsächlich erfolgreich sein?
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