Literatur, Politik und Bildung kompakt

Interessiertes Publikum bei der ver.di-Tagung Literatur und Politik 2019. Es spricht Dogan Akhanli.
Foto: Gabriele Loges

Die diesjährige ver.di-Literaturtagung 2019 „Widerstand ist nichts als Hoffnung“ hat sich vom 31. Mai bis 2. Juni mit fundierten Vorträgen, in zahlreichen Workshops, bei einer Lesung und mit einem Liederabend des Themas Widerständigkeit angenommen – in seinen unterschiedlichsten Facetten. René Char, französischer Schriftsteller und Résistancekämpfer, gab der seit 14 Jahren stattfindenden Tagung, die Literatur und Politik zusammendenkt, diesmal den Titel.

Der Standort für eine solche Tagung oder Fortbildung hätte nicht besser gewählt werden können: Vom Bildungs- und Begegnungszentrum „Clara Sahlberg“ sind es zum Haus der Wannsee-Konferenz zu Fuß zehn, zum Kleistdenkmal zwanzig Minuten. Auch der Zeitpunkt war so kurz nach der Europawahl gut platziert: Widerstand wird im gesellschaftspolitischen Diskurs und in den Entwicklungen, vor allem nach dem Zulauf der Rechtspopulisten in Europa, wieder erschreckend aktuell. Und die Tagung zeigte eindrucksvoll: Widerstand hat viele Gesichter.

Michael Walter, der Leiter der ver.di-Bildungsstätte, konnte erneut zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen und stellte zu Beginn die Frage: „Für welche Werte stehen wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eigentlich ein? Freizügigkeit, Reisefreiheit, Gleichheit, Solidarität?“ Er gab zu bedenken, dass die Aussage des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ durch den rechtlichen Umgang mit Geflüchteten wieder in Frage gestellt werde. Widerständigkeit für Humanität und Menschenrechte sei kein historisch abstraktes Thema, sondern sei notwendig und spiegle Gegenwärtiges wider.

Gewerkschaften und Widerstand

ver.dis stellvertretender Vorsitzende Frank Werneke ging in einem ausführlichen Vortrag auf den „Widerstand und widerständiges Handeln von Gewerkschaften“ ein. Das Geschichtsbild sei allerdings widersprüchlich. Es gebe einerseits die Erinnerung an die Erstürmung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933 durch die Nazis, andererseits hätten die Spitzenverbände der drei demokratischen Gewerkschaftsrichtungen der Weimarer Republik keineswegs durchgängig eine konsequente Haltung gegenüber den neuen Machthabern eingenommen: „Die kampflose Kapitulation der deutschen Gewerkschaftsbewegung vor dem Nationalsozialismus war die Preisgabe aller Werte, die die Arbeiterbewegung bestimmt hatten.“ Die engagierten Mitglieder fühlten sich dadurch verraten.

ver.di-Vize Frank Werneke bei seinem Vortrag
Foto: Heiner Wittmann

Heute wisse man, dass Tausende nicht resignierten, sondern „sich bewusst widerständig verhielten oder sogar aktiv Widerstand leisteten“. Damit, so Werneke, gingen sie zwangsläufig das Risiko von Verfolgung, Verlust der Freiheit, der Gesundheit und des Lebens ein. Mit der „Zeitenwende“ am 30. Januar 1933 forderten die deutschen Gewerkschaften auf, „kühles Blut zu wahren“, man solle sich nicht zu „voreiligen und schädlichen Einzelaktionen verleiten“ lassen. Werneke betonte, dass nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933 die Gewerkschaften zunächst rat- und orientierungslos waren. Gleich danach begann dann „brutalster Terror“. Am 24. März stimmten zwei Drittel des Reichtags für das Ermächtigungsgesetz. Ab jetzt war „alles ganz legal“ und die Weimarer Republik zerschlagen. Dennoch verfolgten die Gewerkschafter unter schwierigsten und oft lebensgefährlichen Bedingungen das Ziel, den Sturz oder die Schwächung des NS-Regimes herbeizuführen. Auch Frauen wie Clara Sahlberg – die Namensgeberin des Hauses – waren im Widerstand. Neben anderen hob Werneke besonders den Gewerkschafter Wilhelm Leuschner hervor, der in die Planung des Widerstands um das Attentat auf Hitler involviert war und nachher als Vizekanzler mitarbeiten sollte. Er wurde hingerichtet, aber seine Devise „dem Gegner niemals die Zukunft überlassen“ blieb – und wurde darüber hinaus im Laufe der Tagung fast zu einem Motto.

Widerstand und Widerständigkeit

Wichtig sei ihm, so Werneke, die Unterscheidung von Widerstand unter den Bedingungen einer Diktatur und der gewerkschaftlichen Widerständigkeit unter den Bedingungen einer parlamentarischen Demokratie im weitgehend geschützten Raum. So sei die Mehrheit an der Basis der Gewerkschaften gegen die Remilitarisierung und die atomare Bewaffnung gewesen. Die Gefahr der atomaren Aufrüstung steige wieder konkret, somit sei Widerstand gefordert: „Und ich kann für ver.di versichern, wir werden eine starke Kraft für aktive Friedenspolitik sein!“ Die Geschichte von Widerstand und Widerständigkeit der gewerkschaftlichen Organisation und ihrer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sei nicht frei von Brüchen, „aber wir stehen auf einem festen Fundament“: In der Satzung des DGB stehe, dass zur Erreichung der gewerkschaftlichen Ziele „die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, der einzelnen Grundrechte und der Unabhängigkeit der Gewerkschaftsbewegung sowie der Tarifautonomie einschließlich der Wahrnehmung des Widerstandsrecht nach Artikel 20, Absatz 4, des Grundgesetzes“ gehören. Für ver.di bedeute dies: „Widerstand zu leisten, widerständig zu sein, wenn es gilt, die Interessen der Beschäftigten, die Würde der Menschen zu vertreten und zu verteidigen.“ In der anschließenden Diskussion wurde auch thematisiert, dass es unter Gewerkschaftern zahlreiche AfD-Wähler oder -Sympathisanten gibt und wie damit umgegangen werden kann. Weitere Diskussionspunkte waren der Verkauf von „Kriegsgeräten“ und der „rasende Kapitalismus“, gegen den Widerstand geleistet werden müsste. Werneke antwortete, dass Gewerkschaften keine Ersatzparteien seien und Waffentransporte nicht durch Streik gestoppt werden könnten. Ziel der Gewerkschaft sei es stattdessen, konkret und unmittelbar die Lebens- und Arbeitsweise der Menschen zu verbessern. Gut fand ein Teilnehmer, dass die Friedensfrage ins Zentrum gestellt wurde und somit automatisch „Abrüstung statt Aufrüstung“. Hier müsste ein Konsens in der Gesellschaft hergestellt werden, damit schon im Vorfeld eingeschritten werden kann; es werde dann nicht nur die Gegenwart verteidigt, sondern auch die Zukunft gestaltet.

Widerstand und Recht, Hoffnung und Utopie

Der ehemalige Landgerichtspräsident Hans-Ernst Böttcher beleuchtete die juristische Seite unter dem Titel „Widerstand und Recht – eine schwierige Beziehung“. Er knüpfte an das Widerstandsrecht (Artikel 20 GG) an, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Andererseits bezeichnete er es als Problem, dass Justiz und Politik nicht sauber getrennt sind: „Die Gewaltenteilung ist in Deutschland unzureichend durchgeführt.“ Die Justiz sei als Ganzes und bis ins Justizministerium in eine Hierarchie eingebunden, die nicht europäischen Standards entspricht. Die Frage, wie ein Richter sich seine Unabhängigkeit erhält, sei nicht einfach zu klären. Böttcher plädiert dafür, dass Bürger ihre Rechte durchfechten – manchmal sogar auf Risiko: „Das Entscheidende passiert im Tagesgeschäft, die Veränderung der Rechtsprechung läuft von unten nach oben, damit ein Fall vor das Bundesverfassungsgericht kommt.“

Jost Hermand über Peter Weiss
Foto: Heiner Wittmann

Literarischer wurde es dann wieder mit Jost Hermand. Der emeritierte Professor of German Studies an der University of Wisconsin in Madison USA und Brecht-Kenner referierte unter dem Titel „Doch. Dennoch. Trotzalledem“ über die „Relevanz der ‚Ästhetik des Widerstands‘ von Peter Weiss für die heutige Situation“. Eloquent und mit einem ironischen Unterton sprach er über die Rezeptionsgeschichte des dreibändigen Werks, das von 1973 bis 1981 erschienen ist. Die lesenden Arbeiterinnen und Arbeiter erreichte es leider kaum. Mit Wolfgang Abendroth, der seit der Machtübernahme der Nazis nicht mehr als Jurist arbeiten durfte, in den Widerstand ging, gefangen genommen wurde und als Sozialist erst im Osten und dann im Westen arbeitete, arrangierte Hermand nach Peter Weiss`Tod eine Veranstaltung und musste feststellen, dass dessen Werk weder verstanden noch gewürdigt wurde. Trotz gescheiterter Auflehnung schrieb Weiss am Ende seiner „Ästhetik des Widerstands“, dass „die Hoffnung bleibt“ und „die Utopie notwendig“ sei. Jost Hermand schloss sich dem an.

Der 1952 geborene Lutz Rathenow aus Jena sprach unter dem Titel „Die rettende Insel suchen, um sie zu versenken … Schreiben und Widerstehen in der DDR“ über die Schwierigkeiten und Innenansicht eines Schriftstellers in der DDR. Er brachte literarische Beispiele mit, die in die Kritik gerieten, dennoch war Schreiben möglich und gewollt: „Wir lebten in einem Land, indem Schrift sehr wichtig war. Die DDR wollte eine Schriftverwirklichungsgesellschaft sein.“ Lyrik galt ihm damals alles, Journalismus „war das Letzte“. Sein Studium, Deutsch und Geschichte, durfte er von Staats wegen nicht beenden und arbeitete im VEB Carl Zeiss Jena. Heute ist er Sächsischer Landesbeauftragter, was die anschließende Diskussion zum Thema AfD und deren Verquickung mit dem Staat führte.

Literatur, Geschichte und Politik

Insgesamt 15 Referentinnen und Referenten fächerten am Samstag das Thema Widerstand in seiner ganzen Breite auf. Vormittags konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema Widerstand in den Romanen von Jorge Semprún kennenlernen und mit Heinrich Bleicher-Nagelsmann darüber diskutieren. Erinnern wurde für den Résistancekämpfer und Schriftsteller zum Lebensthema. Was für Semprún auch aus seiner Widerstandstätigkeit geblieben ist, war sein Verständnis für ein offenes, demokratisches Europa, das der Humanität und der Würde des Menschen verpflichtet ist. So hat seine Aussage zur Selbst-Befreiung der Häftlinge von Buchenwald „Es war die Würde, die vor der Mündung eurer Gewehre lag“ in seinem Handeln und Schreiben weitergewirkt.

Wie Literatur auf die Politik einwirken kann, demonstrierte Paula Keller anschaulich am Beispiel des Romans „GB84“ von David Peace. Der Bergarbeiterstreik 1984/85 in Großbritannien war gescheitert. Peace recherchierte, widerlegte die Vorwürfe, die den Streik erfolglos machten und fand heraus, welche Machenschaften zum Scheitern geführt hatten. Ganz Großbritannien erfuhr so, wie die Thatcher-Regierung gegen die Menschen gehandelt hatte.

Lorenz Gösta Beutin, Mitglied des Bundestags für die Linken und deren energie- und umweltpolitischer Sprecher, stellte den Umweltschutz in den Vordergrund seines Vortrags: „Was wollen wir retten, Kapitalismus oder Klima? Warum es fünf nach zwölf ist und wir keinen Grund haben, hoffnungslos zu sein.“ Er hob positiv die Fridays-for-Future-Bewegung hervor und argumentierte mit Zahlen zur deutschen Energiepolitik. So könnten z.B. sofort ohne Einschränkungen alle Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz genommen werden. Irene Franken sprach über den „Widerstand gegen § 218“ und der Schriftsteller Wolfgang Beutin beleuchtete mit „Widerstand und Literatur“ kenntnisreich eine enge Beziehung.

Am Nachmittag mussten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut entscheiden, welche der zehn Referate mit Diskussion sie besuchen wollten. Den Widerstand in Frankreich beleuchteten Heiner Wittmann bei Albert Camus und Claudia Wörmann-Adam bei René Char, dem „Dichter der Résistance“. Er kämpfte als Literat aktiv mit der Waffe: „Es gibt Poesie oder Leben ohne Hoffnung. – Poesie: höchste Hoffnung; Existenz: relative Hoffnung.“  Er blieb nach dem Krieg widerständig gegen Wiederaufrüstung, gegen AKWs und Atomraketen und gegen den rechten „Front National“. Welf Schröter sprach zum „Widerstand durch die Mauer – der deutsch-deutsche Dialog zwischen Jürgen Teller und Ernst sowie Karola Bloch“, Irene Scherer erinnerte an das widerständige Denken in der Firma Pausa beim singulären Mössinger Generalstreik der Belegschaft im Jahr 1933 und das Schicksal seiner Besitzer. Der vermieften österreichischen Nachkriegszeit nahm sich der Politikwissenschaftler Johann Dvorak an: „Widerständiges Schreiben in einer barbarischen Gesellschaft: die junge Ingeborg Bachmann in Österreich nach 1945“. Die deutsche Schriftstellerin Ricarda Huch zeichnete sich während der Nazizeit durch Zivilcourage und innere Emigration aus. Sie trat 1933 aus der Akademie der Künste aus, verteidigte jüdische Mitmenschen und fing bereits 1944 an, ein Gedenkbuch für die „wahren Helden“ zu schreiben – für sie alle Deutschen, die Widerstand geleistet haben. Thomas Voss beleuchete jüdischen Widerstand: „Mit Wort, Schrift und Gewalt“. Die polnische Professorin für Germanistik Grazyna Barbara Szewczyk beleuchtete den Widerstand in der polnischen Literatur. Alexander Bahar ging auf den Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen und den „Gegner“-Kreis ein: „Sozialrevolutionärer Nationalismus zwischen konservativer Revolution und Sozialismus.“ Und die Politikwissenschaftlerin Heidi Beutin sprach zum antifaschistischen Widerstand im Alltag.

Aktuell: Zivilgesellschaft und Widerstand

Wie schnell eine politische Situation kippen kann, wurde mit dem deutsch-türkischen Schriftsteller Dogan Akhanli deutlich. Bei einer Lesung und anschließender Diskussion schilderte er die Brutalität eines Staates gegen seine Bürger. 1975 wurde Akhanli als 17-Jähriger, der eine „linke“ Zeitung kaufte, verhaftet, wurde erst in der Haft zum politischen Aktivisten, der dann 1985 erneut als solcher verhaftet wurde und bis 1987 unter unmenschlichen Bedingungen im Gefängnis saß. 1998 wurde er ausgebürgert und 2001 deutscher Staatsbürger. Als solcher wurde er 2017 im spanischen Granada von Interpol verhaftet und sollte in die Türkei ausgeliefert werden, was von Deutschland verhindert wurde. Bei seiner ersten Inhaftierung sei ihm die Würde genommen worden, diese habe er durch die Menschen, die ihn dann politisch geschult haben, zurückgewonnen: „Und früher habe ich gedacht, ich kann nur gemeinsam mit anderen Widerstand leisten, heute arbeite ich individualistischer: wenn man etwas tun möchte, kann man das auch alleine tun.“ Dazu gehöre für ihn das Schreiben. Deutschland sei sein Fluchtland und er sei dankbar dafür und wolle es näher kennenlernen. Für die türkische Gesellschaft ist ihm wichtig, dass die Diskussion über die Zustände und mit den Menschen nicht abebbt.

Am letzten Veranstaltungstag der berichtete Gewerkschaftssekretär Stephan Somberg von der aktuellen Arbeit bei ver.di. Er gab einen Einblick, wie nach der Umstrukturierung am Beispiel des WDR Köln die Gewerkschaftsarbeit vorangebracht werden kann. An diesem Arbeitsplatz kristallisierten sich als wichtige Kernfelder die Wertschätzung und die Beteiligung an der Zukunft des Arbeitsplatzes heraus.

Idyllisch und auf geschichtsträchtigem Terrain: die ver.di-Bildungsstätte am Berliner Großen Wannsee
Foto: Gabriele Loges

Gudrun Hentges, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Köln, schloss mit einem hochspannenden und aktuellen Thema „Rechtspopulismus bzw. Rechtsextremismus in Europa“ die Rednerliste. Sie gab eine Definition der „neuen“ Rechten, sie sprach über die Europakonzeption, über die verschiedenen Fraktionen im EU-Parlament sowie über die Ursachen und den Erfolg der Rechtspopulisten. Sie unterscheidet sozio-ökonomische Ursachen – wie Abbau des sozialen Sicherungssystems, die Wirtschafts- und Finanzkrise oder soziale Ungleichheit innerhalb und zwischen den EU-Staaten –, politische – wie massiver Vertrauensverlust in die repräsentative Demokratie – und sozio-kulturelle – wie die Frage der Anerkennung an der wirtschaftlichen Teilhabe. Hentges vermittelte faktenreich die Gefahr der wachsenden rechtsextremen Kräfte. Beim Widerstand komme der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle zu; außerdem müsse eine „Neugründung der Eurozone“ angegangen werden, um in zehn Jahren ein „stärkeres, sozial gerechteres und ökologisch nachhaltigeres Deutschland“ zu ermöglichen.

Tagungen dieser Art sind selten und wichtig. Sachinformationen auf hohem Niveau und Raum zu kontroversen Diskussionen waren gegeben. Mehr politische Bildung für eine demokratische Kultur und Gesellschaft geht (fast) nicht.

Gabriele Loges studierte Germanistik und Philosophie, ist Schriftstellerin und Journalistin. Bei der Tagung übernahm sie den Vortrag über Ricarda Huch: „Wir aber wollen Male richten euch zum Gedächtnis“.

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