Best Practice: Übersetzer*innen besser sichtbar machen

Nachdem in Frühjahr 2019 der Normvertrag für Übersetzungsleistungen neu gefasst wurde, gibt es ergänzend jetzt eine Handreichung mit Best-Practice-Empfehlungen zur Übersetzernennung. Sie enthält Mindeststandards für die Nennung der Übersetzer*innen von Belletristik und Sachbüchern, aber auch Verbesserungsvorschläge für umfassendere Information.

Auch dieses Papier ist zwischen dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di, dem Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ e.V.) und dem Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. vereinbart worden.

Der 1982 vereinbarte und zuletzt 1992 überarbeitete Normvertrag für den Abschluss von Übersetzungsverträgen (Übersetzungsvertrag), wurde zwischen den Vertragspartnern nach Jahrzehnten einvernehmlich neu gefasst. Er gilt ab 1. Juni 2019 auf unbestimmte Zeit und kann mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende, erstmals zum 31. Dezember 2020, gekündigt werden.

Die Parteien haben sich dagegen entschieden, auch den zugehörigen Rahmenvertrag aus dem Jahr 1982 zu ändern. Dieser Vertrag bekundet unter Ziffer 4 Einigkeit darüber, dass „des weiteren eine Vereinbarung über Regelhonorare geschlossen werden soll“. Zu diesem Passus hat der Verlegerausschuss des Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V. in diesem Frühjahr in einer Vertragsergänzung erklärt, zur Aufstellung gemeinsamer Vergütungsregeln aktuell nicht ermächtigt zu sein.

Ergänzend zum neuen Normvertrag ist jetzt eine Handreichung mit Best-Practice-Vorschlägen erschienen. Sie enthält sowohl Mindeststandards für die Übersetzernennung bei Belletristik und Sachbüchern als auch Verbesserungsvorschläge, um dem Informationsbedarf der Öffentlichkeit umfassender Rechnung zu tragen. Das Papier ist als Arbeitshilfe für Verlage, deren Abteilungen Lizenzen, für Lektorate, Presse, Vertrieb und Marketing gedacht. Ziel ist, die Leistung der Übersetzer*innen nicht nur nach den urheberrechtlich verbrieften Normen, sondern darüber hinaus angemessen sichtbar zu machen. Das betrifft etwa ihre Namensnennung auf Buchumschlägen, aber auch die entsprechende Berücksichtigung bei Lizenzen und in den Metadaten sowie bei Werbe- und Kommunikationsaktivitäten der Verlage.

 

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